Stadtteil-Tag in der Neustadt

Während des Stadtteiltags in der Neustadt begrüße ich alte Bekannte und entdecke neue Ecken. Nach Besuchen an Schulen, Kitas und einer Freizeiteinrichtung, endet der Tag mit einer Veranstaltung zum Thema Solidarprojekt, das mehr Investitionen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration vorsieht.

Oliver Seipke, Direktor der Wilhelm-Kaisen-Schule, möchte das Haus zum zentralen Bildungsstandort mit einer integrierten Grundschule ausbauen. Die Pläne für das gemeinsame Lernen von Klasse 1 bis 10 auf dem Campus gefallen mir gut. Ich kann nur begrüßen, dass sich die Schule dem Stadtteil öffnet. Zudem wird dadurch die soziale Durchmischung des Quartiers gefördert.
 

 

 
Jutta Philipson-Eichert führt mich voller Stolz durch den im März eröffneten Anbau des Kinder- und Familienzentrums Hohentor. Ich freue mich, dass Klein und Groß nach fünf Jahren endlich mehr Platz haben. 30 neue Erzieher wurden eingestellt und eine U-3-Gruppe eröffnet. Mit nach Berlin nehme ich, dass mehr Geld benötigt wird, um Erziehern einen angemessenen Arbeitsplatz bereitzustellen.
 
Engagement lohnt sich, das zeigt Maike Baasen. Die Leiterin der Grundschule Buntentorsteinweg hat mit dem Kollegium ein Konzept zum jahrgangsübergreifenden Lernen erarbeitet und gewann dafür den Schulpreis 2015. Vom Bund wünscht sich Baasen mehr Geld, um die Herausforderungen in puncto Integration anpacken zu können.
 

Klein, Groß, Jung und Betagt – das SOS-Kinderdorf ist ein Treffpunkt für alle Generationen. Im Fokus steht aktuell die Hilfe für Geflüchtete. Die Stadtteilmanagerin Astrid-Verena Dietze und das SOS-Kinderdorf-Team unter Einrichtungsleiterin Karin Mummenthey knüpfen neben dem Tagesgeschäft Netzwerke, die das Ankommen erleichtern. Leider verzweifeln Freiwillige oft an bürokratischen Hürden. Die Träger müssen sich dringend vernetzen und ihre Nöte konkret in einem offenen Brief formulieren.
 

Heitere Stimmung – kein Gemecker – herrscht bei den Gewitterziegen. Ruken Aytas leitet die Einrichtung seit 21 Jahren. Sinkende Mittel für die Kinder- und Jugendförderung sind ständige Sorgen, deshalb ist das Haus auf Spenden angewiesen.
 

 
In der Flüchtlingsunterkunft am Kirchweg treffe ich das Team vom Deutschen Roten Kreuz. Es berichtet von einer sehr guten Vernetzung in den Stadtteil und vielen Helfern. Was fehlt sind Schul- und Kitaplätze. Erneut sind Hürden in Ämtern, lange Wartezeiten und verkrustete Verwaltungen Thema. Nötig ist meines Erachtens eine größere Flexibilität in den Behörden.
 

Sehr gefreut habe ich mich, dass viele Interessierte den Weg zur Veranstaltung zum Thema Solidarprojekt gefunden haben. Über dieses Investitionspaket sollen Wohnungen, Kitas und Ausbildungsperspektiven geschaffen werden, von denen alle profitieren.