Stadteil-Tag Horn-Lehe

Kita Luisenthal der Evangelischen Gemeinde Horn

Mein Stadtteiltag in Horn Lehe beginnt im Johanniterhaus Bremen und führt mich abends in die Flüchtlingsunterkunft Bunte Eiche. Anregende Gespräche führe ich auch in der Kita Luisenthal, mit der Freiwilligen Feuerwehr Lehesterdeich und im Freizi Horn-Lehe.

Im Johanniterhaus Bremen erfahre ich, dass die Zahl der sehr alten und schwer pflegebedürftigen in der Pflegeeinrichtung steigt. Das heißt: mehr Patienten pro Pflegekraft und stellt das Personal vor neue Herausforderungen. Das Thema Pflege in einer alternden Bevölkerung wird unsere Gesellschaft in Zukunft noch intensiver beschäftigen.
 

Eine Geduldsprobe ist für die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr Lehesterdeich das Ausharren im alten Gebäude, sie hoffen, dass ihr neues Haus im Sommer fertig wird. Sie haben eine verantwortungsvolle Aufgabe und sollten angemessen untergebracht werden.

Auch in der Kita Luisenthal der Evangelischen Gemeinde Horn wird gebaut. Dort öffnet im April die erste Krippengruppe. Ich kann mir vorstellen, vor welchen Herausforderungen die Erzieherinnen stehen. In den nächsten Jahren werden zusätzlich Plätze für Geflüchtete benötigt. Wir brauchen einen angemessenen Erzieher-Personal-Schlüssel, um Bildungs- und Integrationsziele zu erreichen.
 

Vor der Mammutaufgabe Integration steht auch Eva Bärwolf, Leiterin vom Jugendhaus in Horn-Lehe: „Mit drei Teilzeitkräften stemmen wir einen Ansturm von bis zu 50 Jugendlichen pro Tag. Bis vor Kurzem war die benachbarte Turnhalle mit 85 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen belegt.“ Ans Verschnaufen ist nicht zu denken: „Sozialpädagogen stehen vor neuen Arbeitsbereichen“, meint Matthias Spöttel, Geschäftsführer des Trägers Alten Eichen. Ich bin seiner Meinung: Der Bund muss mehr Geld für Integrationsmaßnahmen bereitstellen.
 

Wie die Unterbringung von Flüchtlingen in Horn-Lehe funktioniert, erlebe ich in der Bunten Eiche. „Von 39 Jungs haben zehn einen Schulplatz, dieser Schnitt ist dramatisch“, sagt Carsten Flömer vom DRK. Das muss sich ändern, junge Flüchtlinge müssen zügig beschult werden. Mir ist bewusst, dass die Sozialpädagogen über das übliche Maß hinaus engagiert sind. Wie schon bei den ähnlichen Projekten anderer Stadtteile gilt: Dank und Respekt an die Menschen, die mit Jugendlichen arbeiten, egal, ob es unbegleitete Flüchtlinge oder Teenager aus Bremen sind!