Stadtteiltag in Tenever

Tenever hat sich zu einem lebenswerten Wohnquartier mit einem lebendigen Netzwerk entwickelt. Während meines Stadtteiltags traf ich Engagierte, die in diversen Einrichtungen aktiv sind.

Auf ein neues Gesicht treffen Besucher in der Wormser Straße. Katrin Höpker, die neue Quartiersmanagerin, richtet sich gerade im Stadtteil ein. Ich finde es wichtig, dass die Quartiersmanagerin die erfolgreiche Arbeit fortsetzt und die starke Vernetzungskultur weiter vorantreibt. Wohnen in Nachbarschaften (WiN) und Soziale Stadt sind Programme, die entscheidend zur positiven Entwicklung in Tenever beitragen, sie müssen erhalten bleiben und weiterentwickelt werden, um den Erfolgskurs fortzuschreiben. Ein beliebter Treffpunkt für Menschen mit verschiedenen Abhängigkeitsproblemen ist das Café Abseits. Zum Ende eines jeden Jahres bangen die Besucher und das Personal, ob es weitergeht oder nicht. Hier muss endlich eine längerfristige Perspektive her. Thomas Riebes Team im Arbeitslosenzentrum (ALZ) Tenever leistet einen wichtigen Beitrag im Quartier. Viele Menschen holen sich im ALZ professionellen Rat, wenn es um Arbeit, Erwerbslosigkeit und sozialrechtliche Probleme geht.
 

Viel bewegt wird aus dem Servicebüro der Gewoba unter dem Geschäftsbereichsleiter Ralf Schumann. Das Wohnungsbau-
unternehmen hat federführend nicht nur die Sanierung des Quartiers erfolgreich bestritten, es schafft nun auch Appartements für den Bedarf von Großfamilien und Älteren. In Zeiten des Zuzugs und der Wohnungsknapp-
heit ist es erfreulich zu hören, dass in Tenever wieder gebaut wird – und zwar für alle. Auch bei der Integration Geflüchteter leistet die Gewoba viel, etwa indem sie monatlich 30 Wohnungen zur Verfügung stellt, diese stellen nur zehn Prozent der monatlichen Fluktuation dar.
 

Die diversen Projekte unter dem Dach des Mütterzentrums Osterholz-Tenever für Frauen, Kinder und Menschen mit Migrationshintergrund sind kaum zählbar. Geschäftsführerin Christa Brämsmann, Sarah Lott und Anke Assouroko führen durch das Café Gabriely – betrieben von Ida Fink – die Second-Hand-Tauschbörse und das Bildungszentrum. Überall dort geschieht Integration: Geflüchtete lernen Deutsch, arbeitslose Frauen bekommen eine Möglichkeit zur Weiterbildung und zur Beschäftigung.
 
Anerkennung und Dank verdient auch die Arbeit der DRK-Angestellten in der Notunterkunft an der Walter-Geerdes-Straße. 270 Menschen werden dort vom Deutschen Roten Kreuz versorgt. Die Leiterin der Notunterkunft Nevena Winkelmann-Vranjes und Detlev Bartsch vom DRK  haben  in der Halle eine sehr gute Infrastruktur geschaffen die den Geflüchteten Orientierung gibt. Dennoch, die Verweildauer in den Notunterkünften ist immer noch zu lang. Außerdem brauchen die Menschen und auch die Träger mehr Transparenz über den Ablauf der Verfahren.
 

Im Alkoholfreien Jugendcafé diskutierte ich mit den Mitgliedern des Jugendbeirates Osterholz, die von Yasar Kocas betreut werden. Die zehn Jungen und Mädchen verwalten nicht nur eigenverantwortlich ein Budget, mit dem sie Angebote für Jugendliche im Stadtteil fördern, sondern werden auch vom Ortsbeirat in aktuelle Entscheidungen mit einbezogen, die die Belange junger Menschen im Stadtteil betreffen. Toll, was sie alles auf die Beine stellen. Neben der Stadtteilpolitik diskutierten wir aber auch über andere politische Themen, wie die Situation Geflüchteter und die Frage, ob junge Menschen und ihre Interessen in der Politik ein stärkeres Gehör finden. Eine Forderung des Jugendbeirates: Nicht immer alles so kompliziert machen und mit uns auf Augenhöhe sprechen. Das nehme ich gerne mit und freue mich auf die vereinbarte Fortsetzung unseres Gesprächs.