Stadtteiltag in Hemelingen zum Thema Ehrenamt

21.11.2019 - Das Ehrenamt ist ein wichtiger Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Egal in welchem Bereich, das Engagement von Freiwilligen wirkt im Kleinen wie im Großen. Sie leisten Dienst am Menschen, für den sozialen Zusammenhalt und für die Demokratie im Ganzen. Ich möchte mich für die vielen investierten Stunden der Aktiven bedanken und war deshalb zu einem Stadtteiltag zum Schwerpunktthema Ehrenamt in Hemelingen unterwegs.
 

Am Donnerstag, 21. November, besuchte ich zunächst die Kita Arbergen, die sich zu einem Familienzentrum entwickelt. Mit der Leiterin Susanne Rubin-Tänzer sprach ich darüber, wie das Team im pädagogischen Alltag mit Mehrsprachigkeit, Multinationalität und Fluchterfahrung umgeht. Rubin-Tänzer denkt die Kita neu, schaut dabei nach Skandinavien und auf die veränderte Bevölkerungsstruktur im Stadtteil – das dörfliche Leben mit großen Bauernhöfen stirbt aus. Mittlerweile leben viele Ältere in Hemelingen. Die Kita versteht sich als Treffpunkt und bezieht Alt und Jung mit ein. Rubin-Tänzers Wunsch: das offene Konzept soll sich im Neubau widerspiegeln, der in den nächsten Jahren auf dem Gelände am Ortwisch 73 entsteht. Derzeit ist die Ausschreibung in vollem Gange. In der inklusiven Kita mit zwei Dependancen werden 120 Mädchen und Jungen mit und ohne Handicap betreut. Zudem gibt es Angebote für Eltern, wie das Sprach- und Sozialisations-Projekt AMINA, das unter anderem Ehrenamtliche leiten. Engagierte pädagogische Ansätze und Angebote für den Stadtteil sind wichtig, um den Zusammenhalt in der Nachbarschaft zu stärken.

Zum Roten Tisch im Familienzentrum MOBILE kamen viele Aktive aus Hemelingen.
Im Gespräch mit Ehrenamtlichen des Vereins "Grünes" Dorf in Arbergen.
Am Roten Tisch – der mobilen Bürgersprechstunde - im Familienzentrum MOBILE unterhielt ich mich über die ehrenamtliche Arbeit der Bürgerinnen und Bürger aus Hemelingen. Das Familienzentrum versteht sich als Quartierstreffpunkt für Alt und Jung, beispielsweise trifft man sich beim täglichen Mittagstisch. Neben der aufsuchenden Altenarbeit werden Kinder betreut, die keinen Kita-Platz bekamen. Im Job-Café finden Menschen aus dem Übergangswohnheim Informationen zum Thema Beschäftigung. Ohne die Unterstützung von vielen Ehrenamtlichen könnte das Team um Conny Nerz vom Familienzentrum das volle Programm nicht stemmen.
Die Mitglieder des Vereins „Grünes Dorf“ kümmern sich um Geflüchtete und helfen ihnen dabei,  in Hemelingen und Bremen anzukommen. 2015, in der Hochphase der Flüchtlingsbewegung, gründete Werner Stührmann diese Vereinigung. Seitdem begleiten und betreuen die Mitglieder die Menschen, die im Übergangswohnheim in Arbergen untergebracht sind.
Nach einer offiziellen Erhebung sind rund 270.000 Bremerinnen und Bremer ehrenamtlich aktiv. Die SPD fördert und verbessert bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement. Aktive, die sich freiwillig engagieren, verdienen größten Respekt. Das Ehrenamt muss noch mehr öffentliche Beachtung und Wertschätzung bekommen. Die Vermittlung des Themas in Schule und Kita würde noch mehr junge Menschen mobilisieren und dem in vielen Initiativen vorherrschenden Nachwuchsmangel entgegenwirken. 

Zum Artikel im Weserreport geht es hier.