Praktikum im Wahlkreisbüro

Yannick Bruns und Sarah Ryglewski.

Mein Name ist Yannick Bruns, ich bin 14 Jahre alt und gehe in die 9. Klasse des Alten Gymnasiums in Bremen. In der 9. Klasse muss man ein 14-tägiges Betriebspraktikum absolvieren. Ich habe meines im Wahlkreisbüro der Bundestagsabgeordneten Sarah Ryglewski absolviert. 

Das war für mich ein großes Glück, denn ich hatte eine spannende und sehr lehrreiche Zeit. In den beiden Wochen, die ich dort war, habe ich viel erlebt und bekam tiefe Einblicke in Sarah Ryglewskis Alltag, aber auch in die Arbeitsfelder ihrer Mitarbeiterinnen. Ich konnte bei Bürgergesprächen, mobilen Bürgersprechstunden (Rote Tische) mit dabei sein und ich bekam Einblick in den vollen Terminplan. Zudem half ich wirklich mit. Ich habe die lokalen Zeitungen nach wichtigen Anliegen für Sarah durchsucht, bei der Organisation der Termine in Bremen geholfen, Themen recherchiert und mir Gedanken über eine Instagram-Strategie gemacht, die vor allem junge Menschen anspricht.
 

Yannick interviewt Sarah Ryglewski.

Besonders spannend war es, bei den Roten Tischen dabei zu sein. Es war sehr interessant zu sehen, mit welchen Anliegen Bürgerinnen und Bürger zu Sarah kommen und sie um Hilfe bitten. Auch habe ich in dieser Zeit viel über Organisation gelernt und, dass es schwer sein kann, alle Interessen durchzusetzen.

Ich konnte viel aus den zwei Wochen mitnehmen, weil mir alles erklärt und gezeigt wurde und vor allem, weil ich selbst tätig werden durfte.

Interview mit Sarah Ryglewski

Yannick Bruns: Wie bist Du an diesen Beruf gekommen?
Sarah Ryglewski: Ich bin durch meine Familie mit Politik in Berührung gekommen, wir haben zu Hause viel diskutiert. Auch außerhalb wollte ich etwas bewegen, deshalb bin ich in die SPD eingetreten, das war 2001. Ich war ehrenamtlich bei den Jusos (Jungsozialisten, Jugendorganisation der SPD), deren Vorsitzende ich auch eine Zeitlang war, und habe mich in meinem Ortsverein in der Neustadt engagiert. Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass mehr junge Menschen und auch Frauen in den Parlamenten vertreten sind. Deshalb habe ich 2011 für die Bremische Bürgerschaft kandidiert und bin auch gewählt worden. Dort habe ich mich insbesondere für Verbraucher- und Arbeitsmarktpolitik engagiert. Seit 2015 gehöre ich nun dem Deutschen Bundestag an, da ich nachdem Carsten Sieling Bürgermeister wurde, als Zweite der Landesliste nachgerückt bin. Seit der letzten Bundestagswahl bin ich direkt gewählte Abgeordnete.

Wie sind Deine Arbeitszeiten und was hast Du für Aufgaben in Bremen und Berlin?
Ich bin 20 Wochen, die sogenannten Sitzungswochen, in Berlin und tage dort im Deutschen Bundestag. Die restlichen Wochen verbringe ich im Wahlkreis und nehme dort Termine wahr. In den Sitzungswochen, die meist früh beginnen und sich bis in den Abend ziehen, gibt es feste Termine und Debatten. Ich halte Reden und arbeite in den Ausschüssen. Ich sitze im Finanzausschuss und im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz.
Im Wahlkreis bin ich viel unterwegs, mit meiner mobilen Bürgersprechstunde, dem Roten Tisch, bei Bürgergesprächen und in Einrichtungen. Ich diskutiere dann mit Bremerinnen und Bremern über die politische Lage und frage, wo der Schuh drückt. Ich besuche auch Betriebe, Gewerkschaften und Initiativen und informiere mich, wie die beschlossenen Gesetze in Bremen umgesetzt werden und welche Impulse ich in Berlin für Bremen einbringen kann.

Und was ist, wenn Deine Zeit als Abgeordnete im Deutschen Bundestag vorbei ist?
Als Abgeordnete habe ich einen sehr abwechslungsreichen Austausch. Ich diskutiere viel und komme in Kontakt mit unterschiedlichen Menschen. Falls ich mal nicht mehr als Abgeordenete tätig sein sollte, ergeben sich sicherlich andere Perspektiven. Außerdem habe ich Politikwissenschaften studiert und als Stadtteilmanagerin gearbeitet, auf diesen Erfahrungen kann ich auf jeden Fall aufbauen. Darüber mache ich mir aber Gedanken, wenn es soweit ist. Jetzt konzentriere ich mich voll und ganz auf meine Arbeit in Berlin und im Wahlkreis.

16.2.2018