Polit-Schnack in Osterholz-Tenever

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Polit-Schnack in Osterholz-Tenever.

Zu meinem Polit-Schnack in Osterholz-Tenever kam ich im Café Gabriely vom Mütterzentrum mit den Anwesenden zu Frauenthemen wie Arbeit, Kindergeld, Bezahlung, Renten und Altersarmut ins Gespräch. Das Mütterzentrum ist seit vielen Jahren ein Treffpunkt für Frauen aus allen Kulturen. Der Verein, der 1989 gegründet wurde, versteht sich als Beschäftigungsträger. In Projekten kommen die Frauen in Arbeit und finden zudem Anschluss im Quartier. In Tenever leben mehr als 90 Nationen miteinander. Das Mütterzentrum bietet mit Sprachkursen erste Schritte zur Integration. Man lernt von- und miteinander.

Ich habe mich sehr gefreut, dass so viele Gäste meiner Einladung ins Café Gabriely gefolgt sind. Das Team sorgte für eine hervorragende Bewirtung und hatte Mühe, alle an einen Tisch zu bekommen. Neben den Vertreterinnen vom Mütterzentrum-Team unter Sarah Lott waren Teilnehmerinnen des Vereins Frauen und Gesundheit, Anwohnerinnen und Anwohner, der Beiratssprecher Wolfgang Haase und weitere Beiratsmitglieder gekommen.
 
Den Frauen brennt das Thema Altersarmut und Arbeitsmarktpolitik unter den Nägeln. Sie wünschen sich bessere Chancen um, nach der Familienzeit wieder in den Beruf einsteigen oder Ausbildungen machen zu können. Die Projekte im Mütterzentrum bieten erste Orientierung, Qualifizierung und einen Arbeitsalltag. Häufig fehlt jedoch die Perspektive auf eine dauerhafte Beschäftigung. Bürokratische Hürden und starre Vorgaben in den Beschäftigungsformaten erschweren zudem die Arbeitsweise. Beschäftigungsmaßnahmen müssen für die Menschen gemacht und so flexibel gestaltet sein, dass Qualifizierung parallel möglich ist. Wir brauchen eine Arbeitsmarktpolitik, die Chancen für ältere und junge Frauen vorsieht. Als SPD setzen wir uns für einen zweiten Arbeitsmarkt ein. Wir wollen Arbeit statt Langzeitarbeitslosigkeit finanzieren, deshalb soll perspektivisch die öffentlich geförderte Beschäftigung ausgebaut und ein dauerhaft zweiter Arbeitsmarkt geschaffen werden. Auch über das von uns bereits geschaffene Bundesprogramm „Soziale Teilhabe“ hinaus.
 

Im Gespräch mit den Osterholzerinnen und Osterholzern.

Ziel des Programms ist die Schaffung von Teilhabe für sehr arbeitsmarktferne Personen. Außerdem sollen deren Chancen auf Beschäftigung am allgemeinen Arbeitsmarkt verbessert werden. Geförderte Arbeitsverhältnisse allein reichen jedoch nicht aus, um die Ziele dieses Programms zu erreichen. Vielmehr bedarf es den individuellen Problemlagen der Leistungsberechtigten angepasste und flankierende Anstrengungen der Jobcenter. Dazu gehören beispielsweise beschäftigungsbegleitende Aktivitäten, um die teilnehmenden Personen zu stabilisieren und ihre Chancen auf eine Beschäftigung am allgemeinen Arbeitsmarkt zu verbessern. Sinnvoll erscheinen auch Angebote, die soziale Problemlagen wie etwa Sucht- und Schuldenprobleme oder gesundheitliche Einschränkungen angehen. Ich werde mich weiterhin für die Stärkung der Arbeitnehmerrechte und faire Arbeitsbedingungen einsetzen. Gute Arbeit heißt für mich, unbefristet und sozial abgesichert. Sachgrundlose Befristungen müssen abgeschaft und Kettenbefristungen eingeschränkt werden.

Wer über einen fairen Arbeitsmarkt spricht, darf auch die Rente nicht unerwähnt lassen. Ich setze mich für eine faire Rente ein. Denn wer ein Leben lang gearbeitet hat, muss im Alter ein gutes Auskommen haben und darf nicht in die Altersarmut rutschen.
 
 
17.08.2017