Organspende muss bewusste und freie Entscheidung bleiben

Organspende rettet Leben. Deshalb müssen wir die Spendenbereitschaft erhöhen. Organspende muss aber eine freie und bewusste Entscheidung des Einzelnen bleiben. Alles andere ist ein Eingriff in die Freiheitsrechte des Einzelnen. Zu diesen gehört auch, keine Entscheidung zu treffen.

Ich unterstütze den fraktionsübergreifenden „Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende“, der u.a. von den SPD-Bundestagsabgeordneten Hilde Mattheis und Ulla Schmidt initiiert wurde und die Selbstbestimmung über den eigenen Körper in den Mittelpunkt stellt. Darin wird die Errichtung eines zentralen Organspenderegisters gefordert, in das jeder Bürger die Entscheidung einer Organspende freiwillig eintragen kann und auf das alle Krankenhäuser im Ernstfall Zugriff haben, um schnell den Willen des Verstorbenen zu erfahren. Der Organspendeausweis bleibt aber erhalten.

Außerdem soll jeder Bürger und jede Bürgerin beispielsweise bei der Beantragung von Ausweisdokumenten von der Meldebehörde oder bei Erste-Hilfe-Schulungen umfangreiche Informationen über die Organspende inklusive Ansprechpartner bekommen und die Möglichkeit erhalten, direkt auf dem Amt oder am heimischen Computer die Entscheidung in das Organspenderegister eintragen zu können. Hausärzte sollen auf Wunsch der Patientinnen und Patienten alle zwei Jahre eine Beratung zur Organspende anbieten.

Das Thema Organspende wird zudem in der ärztlichen Ausbildung stärker in den Fokus gerückt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung lässt ihre Informationsmaterialien zur Organspende regelmäßig evaluieren und legt sie dem Bundestag zur Prüfung vor.

Den Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsministers Jens Spahn zur sogenannten Widerspruchslösung, der jeden Bürger, der nicht aktiv widerspricht, automatisch zum Organspender erklärt, lehne ich ab.

10.5.2019