Von North Carolina und Massachusetts nach Bremen

3.12.2019 - Mit den Stipendiatinnen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) Jennifer Craft und Anastasia Dulskiy traf ich mich zum Austausch über die Unterschiede zwischen den USA und Deutschland, den Brexit, die Entwicklung rechtspopulistischer Parteien und die Zukunft der Europäischen Union. Die Amerikanerinnen verbringen ein Jahr zum Studium und mit Praktika in Deutschland.
 

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm gibt seit 1983 jedes Jahr Schülerinnen und Schülern sowie jungen Berufstätigen die Möglichkeit, mit einem Stipendium des Deutschen Bundestages ein Austauschjahr in den USA zu erleben. Zeitgleich sind junge US-Amerikaner zu einem Austauschjahr zu Gast in Deutschland. Das PPP ist ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses. In Deutschland steht es unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten.

Dieses Jahr übernahm ich die Patenschaft für Jennifer Craft aus North Carolina und Anastasia Dulskiy aus Massachusetts. Beide haben in den USA ihr Studium abgeschlossen. Jennifer studierte in North Carolina Umweltwissenschaften und Politik, Anastasia Politikwissenschaft und Meeresbiologie in Massachusetts. Sie hatten Deutschland bereits durch Austausch- und Aktionsprogrammen kennen gelernt. Im Rahmen des PPPs bleiben sie ein Jahr und wohnen bei Gastfamilien in der Vahr und in Oberneuland. Jennifer beginnt bald ein Praktikum in einer Windenergie-Firma, Anastasia hat sich beim Alfred-Wegener-Institut beworben. Bis die Praxiszeit beginnt, besuchen sie noch Vorlesungen an der Universität Bremen. Beide wollen von der wissenschaftlichen Expertise hierzulande profitieren und speziell Erfahrungen in den Bereichen erneuerbare Energien und Meeresbiologie sammeln.

Während unseres Gesprächs tauschten wir uns über die deutsch-amerikanische Politik und über meine politische Arbeit in Berlin und Bremen aus. Jennifer und Anastasia beobachten die Entwicklungen innerhalb der Europäischen Union genau und verfolgen die Diskussion um den Brexit. Mit Sorge schauen sie auf die aktuellen Wahlergebnisse der AfD. Des Weiteren kamen wir auf das Thema ehrenamtliches Engagement zu sprechen. Anastasia und Jennifer sind aktiv bei der Bremer Tafel. In den USA gehört freiwilliges Engagement bereits für Teenager zum Alltag. Es gibt Recruiting-Börsen an Schulen, die diverse Unterstützungsprojekte anbieten. Schülerinnen und Schüler nehmen ganz selbstverständlich neben den schulischen auch ehrenamtliche Aufgaben wahr.

Ich wünsche beiden eine gute und interessante Zeit in Deutschland und viel Erfolg für ihren weiteren Lebensweg.

Schülerinnen und Schüler und junge Erwachsene, die sich für ein Arbeits- oder Schuljahr in den USA interessieren, erhalten über die Erfahrungsberichte auf meiner Homepage einen guten Einblick. Der Schüler Clemens Lange verbringt derzeit ein Jahr in Missouri. Im vergangenen Jahr war ich Patin für zwei Studentinnen aus Montana und Michigan.

Voraussichtlich Anfang Mai 2020 beginnt die Bewerbungsfrist für das 38. PPP 2021/22. Informationen für interessierte Bewerberinnen und Bewerber sind hier zu finden.