Neujahrsempfang des Rosmarie-Nemitz-Hauses in Arbergen

14.02.2020 - Vergangene Woche lud das Rosmarie-Nemitz-Haus zum Neujahrsempfang ein. Das Begegnungszentrum in Arbergen ist ein wichtiger Ort der Solidarität zwischen den Generationen und des sozialen Zusammenhalts.
 

Das Rosmarie-Nemitz-Haus der AWO ist eine großartige Stätte, die neben dem Pflegeheim auch das Begegnungszentrum des Vereins Aktive Menschen Bremen (AMeB) unter einem Dach vereint. Hier wird in Arbergen soziales Miteinander gelebt. Ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger und den unermüdlichen Einsatz von Katharina Göbel, Einrichtungsleitung im Rosmarie-Nemitz-Haus, und Christa Sönksen, Leiterin der AMeB-Begegnungsstätte, wäre dieser Stadtteil um einiges ärmer.

Die Diskussion um den Pflegeberuf hat vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels deutlich an Fahrt aufgenommen. Wir werden künftig deutlich mehr Pflegepersonal und eine gesetzlich verpflichtende Personalbemessung in allen Pflegebereichen brauchen, um auch in Zukunft eine hochwertige und würdevolle Pflegeversorgung sicherzustellen. Für uns bedeutet dies ein klares Bekenntnis zum Wert der Arbeit. Dazu gehören vor allem Anerkennung und Aufwertung der Berufe in der Pflege. Wir müssen für die Pflege bessere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen erreichen.

Aber: Leistungsverbesserungen insbesondere beim Personal verursachen höhere Kosten. Die derzeitige Konstruktion der Pflegeversicherung führt dazu, dass Kostensteigerungen automatisch allein zulasten der Pflegebedürftigen gehen. Das Angehörigen-Entlastungsgesetz, das unterhaltsverpflichtete Kinder von pflegebedürftigen Eltern entlastet, ist dabei ein wichtiger Schritt. Demnach wird erst dann auf das Einkommen der Angehörigen zurückgegriffen, wenn diese mehr als 100.000 Euro im Jahr verdienen. Ansonsten werden die Kosten für die sogenannte „Hilfe zur Pflege“ vom Staat übernommen.

Überdies gab es beim Neujahrsempfang noch ein Jubiläum zu feiern: Die Bremer Arbeiterwohlfahrt feiert in diesem Jahr ihr 100 jähriges Bestehen. Im April 1920 nahm die AWO in Bremen ihre Arbeit auf. Treibende Kraft war die Sozialdemokratin Hanna Harder. Sie war eine von 18 Frauen, die als erste weibliche Abgeordnete in die Bremer Nationalversammlung gewählt wurden. Marie Juchacz, Gründerin der AWO und Hanna Harder setzten sich für die Ärmsten ein. Sie organisierten Volksküchen und Nähstuben, materielle Hilfen für Notleidende, Bildungs- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche und engagierten sich für die Rechte von Frauen. Hilfe zur Selbsthilfe war der Weg. An der Grundidee der AWO hat sich bis heute nichts geändert.