Informationsgespräch mit der Mobilen Reha GmbH Bremen

18.09.2020 - Die Mobile Reha Bremen GmbH ist ein anerkannter Anbieter für mobile Rehabilitation in Bremen. Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind die Arbeit und der Weiterbestand von mobilen Reha-Einrichtungen und -Diensten erheblich gefährdet. Zusammen mit Dr. med. Rudolf Siegert, medizinischer Geschäftsführer, Günter Ralle-Sander, Geschäftsführer und Dr. Christiane von Rothkirch, Leitende Ärztin der Mobilen Reha Bremen GmbH habe ich mich über die Perspektiven der mobilen Rehabilitation in Bremen in einem Informationsgespräch ausgetauscht.
 

Die Corona-Pandemie hat das Land in den Ausnahmezustand versetzt. Auch die Einrichtungen der mobilen Rehabilitation waren aufgrund der Krise in ihrer Leistungserbringung stark eingeschränkt und haben noch immer mit deren Auswirkungen zu kämpfen. Hierzu zählen nicht nur die Einnahmeausfälle infolge der Pandemie sondern auch eine Steigerung an Mehrkosten, die durch die Einhaltung der neuen Hygiene-Bestimmungen entstanden sind.

Um Einnahmeausfälle infolge der Corona-Pandemie zumindest zu einem Teil auszugleichen, werden alle stationären Vorsorge- und Reha-Einrichtungen wie auch die Akutkrankenhäuser durch den eigens dafür aufgespannten Schutzschirm der Bundesregierung unterstützt. Das gilt jedoch nicht für den Bereich der mobilen Reha. Um auch hier die Mehrkosten und Mindereinnahmen kompensieren zu können, werden dringend Ausgleichzahlungen benötigt. Zwar ist es den Leistungserbringern in der mobilen Reha möglich, mit Unterstützungsleistungen des Bundes und der Bundesländer die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzumildern (z.B. mit Kurzarbeit oder steuerlichen Hilfsmaßnahmen), diese Instrumente stehen jedoch nur zeitlich begrenzt zur Verfügung.

Die SPD-Bundestagsfraktion vertritt die Auffassung, dass die Einnahmeausfälle auch in den Einrichtungen der mobilen Reha hätten ausgeglichen werden müssen. Das ist allerdings an der Blockade des Gesundheitsministers und der Union gescheitert. Vor dem Hintergrund, dass die mobile Rehabilitation eine geeignete Rehabilitationsform ist, in der gerade Patientinnen und Patienten mit einem hohen Infektionsrisiko außerhalb von Gesundheitseinrichtungen behandelt werden können, ist diese Verweigerungshaltung sehr bedauerlich.

Nach Einschätzung von Dr. med. Rudolf Siegert, wird die Relevanz der mobilen Rehabilitation spürbar steigen. Im Gesetzgebungsverfahren zum Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz hat die SPD-Fraktion genau darauf geachtet und erfolgreich dafür gekämpft, dass Menschen weiterhin zuhause gepflegt und beatmet werden können. Es ist gut, dass die ursprüngliche Absicht des Gesetzes, Intensivpflege in der Regel in stationären Pflegeeinrichtungen durchzuführen, vom Tisch ist. Das Gesetz sieht Verbesserungen bei den Leistungen der medizinischen Rehabilitation vor, in dem die Inanspruchnahme erleichtert und das Wahlrecht der Versicherten gestärkt wird. So reicht es bei der geriatrischen Rehabilitation künftig aus, wenn der Arzt diese Leistungen verordnet. Die Prüfung der Krankenkasse entfällt. Dadurch können Leistungen schneller und einfacher in Anspruch genommen werden. Der Grundsatz "Reha vor Pflege" wird gestärkt. Das  dient perspektivisch auch einer schnellen Wiederaufnahme des Reha-Betriebs insgesamt.

Die SPD-Bundestagsfraktion  Wird die Entwicklungen im Bereich mobilen Rehabilitation genau im Blick behalten.