Hemelingen im Wandel

Zu Besuch beim Stadtteilmarketing Hemelingen.

Hemelingen befindet sich im Wandel, das bietet Chancen für eine noch bessere Verknüpfung der fünf Ortsteile. Während meines Stadtteiltages erkundigte ich mich im Kaufhaus Hemelingen, beim Stadtteilmarketing, im Ogo-Haus und beim temporären Kulturprojekt Komplette Palette über anstehende Entwicklungen.

Das Stadtteilmarketing Hemelingen bildet eine Schnittstelle zwischen Gewerbe, Politik und Bürgerinnen und Bürgern. Die Stadtteilmanagerin Birgit Benke trägt durch viele Aktionen dazu bei, die Wirtschaftskraft des Stadtteils zu stärken und das Zusammenwachsen der fünf Ortsteile zu fördern. Der 1. Vorsitzende des Vereins, Hans-Peter Hölscher, Ortsamtsleiter Jörn Hermening, Waltraut Otten vom Beirat Hemelingen, Christa Nalazek vom SPD-Ortsverein Arbergen-Mahndorf und Jens Dennhardt, Vorsitzender des Hemelinger SPD-Ortsvereins, berichteten, wie schwierig es sei, Gewerbetreibende in Hemelingen zu halten und neue anzusiedeln. Im Laufe der letzten Jahre haben die Konzerne Coca-Cola und Könecke Hemelingen verlassen. Das kostete Arbeitsplätze. Dennoch bietet das zehn Hektar große Betriebsgelände auch Chancen für die Stadtteilentwicklung. In den nächsten zehn Jahren sollen dort Wohnungen, Kulturinstitutionen und möglichst auch kleine Geschäfte angesiedelt werden. Derzeit ist ein neuer Bebauungsplan in Arbeit.
 

Besondere Werbung für Hemelingen: Christa Nalazek, Waltraut Otten, Hans-Peter Hölscher, Sarah Ryglewski, Birgit Benke und Jörn Hermening vor den Liegestühlen, die ausgeliehen werden können.

Es ist wichtig, dass die Hemelingerinnen und Hemelinger frühzeitig an der zukünftigen Gestaltung des Geländes mitwirken können. In einem Werkstattverfahren wurden ihre Wünsche aufgenommen. Die Planungsgesellschaft informiert transparent und zeigt Nutzungsalternativen auf. Ein neues Quartier ist dabei, zu entstehen. Es könnte dazu beitragen, das Zusammenwachsen der sehr unterschiedlich geprägten Ortsteile zu beschleunigen und die Lebensqualität im Stadtteil weiter zu verbessern.
 

"Eisen Werner" ist jetzt das Kaufhaus Hemelingen. Jobst von Schwarzkopf, Andreas Kaireit, Waltraut Otten, Sarah Ryglewski, Heike Schilling, Hans-Peter Hölscher, Christa Nalazek (v.l.).

Chancen zu eröffnen, darum geht es auch den Initiatoren des Kaufhauses Hemelingen Jobst von Schwarzkopf (ASB), Ralf Lüschen (ProJob) und Andreas Kaireit (Gröpelinger Recycling Initiative). Im ehemalige „Eisen Werner„ werden Menschen qualifiziert, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Anstellung finden. Zudem entstehen im oberen Bereich Wohnungen für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung. Langzeitarbeitslose brauchen echte Chancen auf soziale Teilhabe. Deshalb sind ein zweiter Arbeitsmarkt und Qualifizierungsmöglichkeiten wichtig. Einrichtungen wie das Kaufhaus Hemelingen bieten Perspektiven für einen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben. Die Einrichtung hat sich über Hemelingen hinaus als Treffpunkt etabliert. Damit sich die zehnjährige Aufbauphase des Kaufhauses gelohnt hat und die Menschen weiterhin die Angebote nutzen können, muss die Einrichtung finanziell abgesichert werden.
 

Gesprächsrunde zum Thema Stadtteilentwicklung mit Jörn Hermening, Jens Dennhardt, Christa Nalazek, Waltraut Otten, Andreas Kaireit und Sarah Ryglewski (v.l.)

Quartiersmanagerin Heike Schilling ist daran gelegen, die Armutsbekämpfung langfristig und generationsübergreifend anzugehen. Wichtig seien ausreichend Kita-Plätze, um mit frühkindlicher Förderung die Armutsspirale zu durchbrechen, die für viele Hemelingerinnen und Hemelinger Realität ist. Als SPD setzen wir uns für beitragsfreie Kita-Plätze ein. Der Zugang zur Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein. In Stadtteilen mit einem hohen Bedarf muss zügig nachgesteuert werden.
 
Das Ogo-Haus war mal Autoproduktionsstätte, dann Kaffeerösterei. Dank Chris Steinbrechers Initiative ist aus der Fabrikhalle ein Wohn- und Atelierhaus geworden. Den Künstler zog es bewusst in den vom Strukturwandel betroffenen Südosten. Mittlerweile ist das Haus zu einem Künstlerkollektiv gewachsen. Es setzt einen positiven Impuls in den Stadtteil und will Kultur sowie Wirtschaft stärken.
 

Im Ogo-Haus im Wohnbereich von Chris Steinbrecher (2.v.r.).

Für einen stärkenden Mittagsimbiss sorgte das Team der Villa Wisch. Mitarbeiter Stephan Jürgens führte uns im Vorfeld durch die Einrichtung des ASB für Menschen mit psychischen Problemen. Das Haus bietet verschiedene Angebote, damit die Betroffenen den Weg zurück in den Alltag finden.

Ein neues Projekt, das Begegnung schaffen und Kultur nach Hemelingen bringen will, ist die Komplette Palette. Künstler, Musiker und Initiator Immo Wischhusen darf das Gelände an der Weser mit Blick auf den Recyclinghof bis Oktober 2017 für Konzerte und Aktivitäten nutzen. Seine Vorstellung ist, junge und alte Hemelinger und Hemelingerinnen an den kleinen Strand zu locken, mit Jugendlichen zu werkeln und Musik zu machen. Wischhusen möchte einen Ort für alle schaffen, um die Identifikation mit dem Stadtteil zu stärken. Das klappt sehr gut, er konnte viele Ehrenamtliche mobilisieren, die beim Aufbau und Betrieb helfen. Hemelingen braucht neue Impulse und kreative Ideen.
 

Entspannung auf der Kompletten Palette.

In den nächsten Jahren wird sich das Gesicht des Stadtteils ändern. Strukturwandel und Abwanderung haben Arbeitsplätze gekostet, aber Hemelingens Stärke sind gut funktionierende und dichte Netzwerke. Sie bestehen aus Ortspolitikern, Ehrenamtlichen und dem Quartiersmanagement. Diese Kooperationen müssen gestärkt werden. Die SPD fördert lebendige Nachbarschaften und den sozialen Zusammenhalt. Das Programm „Soziale Stadt“ erzielt gute Erfolge in der Quartiersentwicklung und ist deshalb ausgebuut worden. Für dieses Jahr wurden die Mittel bereits auf Rekordniveau auf 190 Millionen aufgestockt.

15.6.2017