Handwerk ist Zukunft

Nach dem Austausch in der Kreishandwerkerschaft.

Nach dem Gespräch mit Auszubildenden eines Malerbetriebs, traf ich mich mit Handwerkern verschiedener Gewerke in der Kreishandwerkerschaft Bremen und tauschte mich über Ausbildung, den Stellenwert des Handwerks und aktuelle politische Debatten aus.

Ob Tischler, Konditor, Frisör, Maurer, Maler oder Metallbau – im Handwerk wird viel geleistet. Die verschiedenen Gewerke bieten spannende Berufsperspektiven - dennoch stehen viele Betriebe vor Herausforderungen: Mit Stefan Schiebe (Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bremen), Matthias Winter (Kreishandwerksmeister und Obermeister der Tischler-Innung Bremen), Theodor Schnibbe (Obermeister der Innung Metall Bremen), Bernhard Timphus (Obermeister der Konditoren-Innung Bremen/Oldenburg), Thomas Kurzke (stv. Obermeister der Maler-Innung Bremen) und André Reich (Kreishandwerkerschaft) sprach ich über die immer schwieriger werdende Suche nach Auszubildenden. Die Handwerker wünschen sich mehr Wertschätzung für die einzelnen Gewerke und konkrete Unterstützung bei der Nachwuchssuche. Der Einstieg werde über viele Wege möglich gemacht. Über Praktika und die duale Ausbildung haben junge Menschen die Möglichkeit, ihre persönlichen Neigungen weiterzuentwickeln und sichere berufliche Chancen wahrzunehmen. Das Engagement einzelner Betriebe ist groß, auch Menschen mit Fluchthintergrund mit einzubinden – das Handwerk ist bunt und übernimmt Verantwortung, wenn es um Integration geht.

Die Nachwuchsproblematik ist nicht die einzige Sorge der Handwerker. Themen sind in diesem Zusammenhang auch der Bestand der Innungen, die das Prüfungswesen überwachen und die Belange an die Politik tragen. Die Kreishandwerkerschaft Bremen vertritt die Interessen des selbstständigen Handwerks sowie die gemeinsamen Interessen der angeschlossenen Innungen. Als Dachorganisation von 28 Innungen mit über 1600 Betrieben hat sie ein breites Aufgabenfeld.

Wenn es um Qualitätssicherung geht, wünschen sich die Handwerker die Meisterpflicht zurück. Diese stehe für die Wertigkeit der Leistungen. Auf europäischer Ebene muss eine Einigung gefunden werden, um die Berufsbilder flexibel zu gestalten. Der Anspruch an hohe Qualität des Produkts darf darunter nicht leiden. Die Verbraucher müssen sich sicher sein, dass sie in allen europäischen Ländern vergleichbare Qualität bekommen.

24.8.2018