Gesprächsrunde mit Karamba Diaby

Gesprächsrunde im FlorAtrium.

Beim Besuch des Kleingartenvereins in Blockdiek entstand letztes Jahr die Idee, meinen Kollegen Karamba Diaby aus Sachsen-Anhalt einzuladen. Er promovierte über die Beschaffenheit der Böden in halleschen Schrebergärten und ist Experte für Integration und Bürgerengagement.

Ich habe mich gefreut, dass er meiner Einladung gefolgt ist und wir uns im Landesverband der Gartenfreunde Bremen zur offenen Diskussionsrunde trafen. Wir sprachen über Gärten, Politik und über aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen. Wie gestaltet sich beispielsweise gelungenes Zusammenleben und wie geht man mit rechtspopulistischen Strömungen um.

Kleingärten sind grüne Oasen, sie schaffen Ausgleich im verdichteten Stadtgebiet, bewahren Naturräume und sind Orte des Austauschs. In den Parzellen betätigen sich Jung und Alt unabhängig von ethischen und kulturellen Wurzeln. In Bremen zählt der Verband 17.000 Gartenfreunde. Sie leisten einen enormen Beitrag in den Bereichen Umweltbildung, Naturschutz und soziale Integration. Mein Kollege Karamba Diaby, der für seine Doktorarbeit in Halle/Saale über die Schrebergärten forschte, erzählte dem Publikum, weshalb ihn die Vereine begeistern: Er fand dort Zugang zur Gesellschaft und lernte das Rüstzeug für seine spätere Aufgabe als Stadtrat und im Deutschen Bundestag. Er kam ins Gespräch mit den Leuten, diskutierte mit ihnen Probleme und engagierte sich. Begeistert hat ihn die Solidarität unter den Kleingärtnern.
 

Christian Weber, Präsident der Bremischen Bürgerschaft (rechts), eröffnet die Diskussionsveranstaltung.

Im Gespräch mit dem Publikum, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Verbands, Klaus Bode, sowie dem Schriftführer Klaus Lies waren wir uns einig, dass der Gemeinschaft auch soziale Bedeutung zukommt. Im Bremer FlorAtrium vermitteln Pädagogen Wissen über Umweltschutz, Ernährung und Pflanzen an Kinder. In den Parzellen geschieht Integrationsarbeit. Zugezogene aus allen Nationen lernen über die Arbeit im Garten die deutsche Gesellschaft ein Stück besser kennen. Es ist schön, dass in den Vereinen eine gelungene soziale Durchmischung der Gemeinschaft besteht – die grünen Klassenzimmer und sozialen Begegnungsstätten gilt es zu bewahren.

22.06.2018