Gespräch mit BankenvertreterInnen zu Corona-Hilfen

29.04.2020 - Mit VertreterInnen großer Geschäftsbanken aus der Region Bremen habe ich mich auf Einladung des Bankenverbandes Bremen über die Corona-Hilfsprogramme des Bundes für Unternehmen und die weiteren Herausforderungen für Wirtschaft und Banken ausgetauscht.

Der Bund hat schnell Maßnahmen auf den Weg gebracht, um Arbeitsplätze und Unternehmen zu schützen. Mit den Programmen der KfW wird für ganz unterschiedliche Unternehmen Liquidität bereitgestellt. Darüber hinaus kann über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) auch die Eigenkapitalausstattung sichergestellt werden, wenn dies notwendig ist. Der Fonds ermöglicht dem Staat befristet bis Ende 2021 mit großvolumigen staatlichen Stützungsmaßnahmen wie Kreditgarantien in Höhe von 400 Milliarden Euro und Kapitalmaßnahmen in Höhe von 100 Milliarden Euro langfristige ökonomische und soziale Schäden abzuwenden. Mit dem Bremen-Fonds hat Bremen ein ähnliches Programm aufgelegt um Wirtschaftsunternehmen vor Ort zu stützen.

Grundsätzlich besteht ein erhebliches Interesse an den Hilfen des Bundes, die Nachfrage nach konkreter Unterstützung ist jedoch im Nordwesten zurückhaltender als z.B. im Süden der Bundesrepublik. Viele Unternehmen stellen aktuell nur Voranfragen. Insgesamt ist in der mittelständischen Wirtschaft in Bremen noch vergleichsweise viel Liquidität vorhanden. Schwierigkeiten seien hier eher längerfristig zu erwarten, wenn die Beschränkungen länger andauern. Auf kurze Sicht bräuchten kleinere Unternehmen sowie FreiberuflerInnen und KünsterlerInnen eine Perspektive. In den kommenden Wochen und Monaten muss die Kreditvergabefähigkeit der Banken und Sparkassen erhalten bleiben, die wegen des erhöhten Arbeitsaufwands unter hohem personellen Druck stehen. Von Seiten des Bundes werden die Kreditinstitute überall dort operativ entlastet, wo es ohne Gefahr für die Finanzstabilität möglich ist.