Frauen verdienen 100 Prozent - Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Ein wichtiger Schritt zu fairer Bezahlung für Männer und Frauen, finden auch Dorothee Schlegel, Josip Juratovic und Anette Sawade

Diese Woche haben wir das Entgelttransparenzgesetz im Bundestag verabschiedet. Unternehmen und der öffentliche Dienst müssen sich in Zukunft stärker mit den Ursachen der Lohnlücke auseinandersetzen. Das Gesetz ist ein wichtiger Schritt zu mehr Lohngerechtigkeit, denn noch immer verdienen Frauen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer. 

Mehr Gerechtigkeit durch mehr Transparenz

Der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ sollte eigentlich selbstverständlich sein, das von uns Sozialdemokraten vorgelegte Gesetz schreibt ihn nun erstmals rechtlich fest. Durch mehr Transparenz soll mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern geschaffen werden. Die Kernpunkte des Gesetzes:

  • Arbeitgeber mit mehr als 200 Beschäftigten müssen zukünftig ihren Angestellten auf Anfrage mitteilen, nach welchen Kriterien sie wie bezahlt werden.
  • Zudem werden Betriebe mit mehr als 500 Beschäftigten verpflichtet, in einem definierten Verfahren regelmäßig zu prüfen, ob und wo Frauen systematisch benachteiligt werden.
  • Diese Berichte sowie der Lagebericht über den Stand der Gleichstellung und der Entgeltgleichheit werden für alle einsehbar sein.

Ursachen für die Lohnlücke beheben

Die verschiedenen Ursachen für die Lohnlücke von 21 Prozent müssen weiterhin auch über das beschlossene Gesetz hinaus von unterschiedlichen Seiten angegangen werden.

Auf Druck der SPD haben wir in dieser Legislaturperiode den Ausbau der Kindertagesbetreuung vorangetrieben, die Familienpflegezeit verbessert und das ElterngeldPlus eingeführt. Mit dem Familiengeld liegt ein weiterer Vorschlag für die partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor: junge Eltern, die beide ihre Wochenarbeitszeit auf 32 bis 36 Stunden reduzieren, sollen bis zu zwei Jahre lang 300 Euro im Monat erhalten.
In der Arbeitswelt haben wir den gesetzliche Mindestlohn durchgesetzt, von dem besonders Frauen im Niedriglohnbereich profitieren, und das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen.
 

Sarah Ryglewski und ihr Fraktionskollege René Röspel finden: Es ist höchste Zeit, die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen von 21 Prozent zu schließen.

 

Mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und Elfi Scho-Antwerpes

Als nächsten wichtigen Schritt wollen wir noch in dieser Legislaturperiode das Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit umsetzen. Sozialdemokratisches Ziel bleibt: Mit diesen Maßnahmen dazu beizutragen, dass gleiche Chancen und faire Bezahlung für Frauen und Männer endlich in der Arbeitswelt durchgesetzt werden.

Wir werden uns weiter dafür stark machen, dass die Löhne in traditionellen Frauenbranchen steigen. Die verantwortungsvolle Arbeit, die dort geleistet wird, muss auch angemessene materielle Anerkennung finden. Die Lohnlücke zu schließen ist eine Frage der Gerechtigkeit – das Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen ist im Paket verschiedener Maßnahmen ein entscheidender Schritt dazu.

Die Frauen der SPD-Bundestagsfraktion stoßen auf das beschlossene Gesetz zur Entgelttransparenz an

30.4.2017