Erfahrungsbericht Christoph Niepel (Praktikant): Ein Tag im Wahlkreis

02.10.2020 - Nach bereits vier spannenden Wochen Praktikum im Berliner Abgeordnetenbüro bin ich Ende letzter Woche nach Bremen in den Wahlkreis gereist und habe Sarah dort bei ihren regelmäßig stattfindenden Bürgersprechstunden, den „Roten Tischen“, begleitet.

Der erste der insgesamt zwei Roten Tische fand auf dem Wochenmarkt in Schwachhausen in der H.-H-Meier-Allee statt. Der Wochenmarkt ist Schwachhausens größter Markt und so herrschte reges Treiben bei schönem, sonnigem Wetter. Als Sarah und ihr Team ihren Roten Tisch aufbauten, kamen bereits die ersten Wochenmarktbesucher und nutzen die Zeit, um mit Sarah ins Gespräch zu kommen und sich zu erkundigen, was wir dort machten. Es entstanden interessante Diskussionen, überwiegend zu den Folgen und Auswirkungen der Corona-Krise auf die politischen Entscheidungen der letzten Wochen und Monate und die daraus resultierenden Konsequenzen für Bremen und den Stadtteil Schwachhausen.

Der zweite Teil der Roten Tische fand zwischen dem Rathaus und dem St. Petri Dom statt. Hier wurde ein Unterschied zwischen den beiden Standorten deutlich. In Schwachhausen waren die Leute entspannter, sie wollten gerade auf den Wochenmarkt, um noch ein paar Dinge einzukaufen und hatten Zeit. Dieses spiegelte sich auch in den Gesprächen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und Sarah wieder. Sie redeten ausführlich über die Themen, die sie beschäftigen. Auf dem Markplatz hingegen hatten die Leute weniger Zeit, betonten aber, dass ihre regelmäßige Präsenz in verschiedenen Stadtteilen sehr positiv wahrgenommen wird.

Für mich als Praktikant war es ein interessanter Einblick zu sehen, wie viele unterschiedliche Themen an einem Tag der „Roten Tische“ diskutiert werden. Diese konstruktiv zu besprechen und mit nach Berlin zu nehmen, um einen Transfer zwischen den Anliegen der Bremer Bürgerinnen und Bürger und der Berliner Politik zu schaffen, ist die zentrale Aufgabe einer Bundestagsabgeordneten. Der Kontrast zwischen der Arbeit im Bundestagsbüro, in dem es primär darum geht, Gesetze für alle Bürger zu machen, und der Begleitung der „bürgernahen“ Politik im Wahlkreis hat mich fasziniert. Diese Eindrücke und Anregungen nehme ich wieder zurück nach Berlin und werde diese für meine letzten Wochen des Praktikums zu nutzen.