Diskussion: Wohnungen für Bremen

Mit Joachim Barloschky (l.) und Landesdiakoniepastor Manfred Meyer.

Um die zunehmende Wohnungsnot in Bremen ging es im Gespräch mit dem Aktionsbündnis Menschenrecht auf Wohnen in der Diakonie Bremen. Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter des Bündnisses und dessen Sprecher Joachim Barloschky sowie Landesdiakoniepastor Manfred Meyer.

Als SPD wollen wir, dass Wohnen in Bremen für alle bezahlbar ist. Seit einigen Jahren ist es für große Familien, Senioren, Studenten und Menschen mit wenig Geld oft sehr schwer, eine bezahlbare Bleibe zu finden. Mit Vertreterinnen und Vertretern des Aktionsbündnisses diskutierte ich, was in Bund und Land getan wird und was noch geschehen muss, um dieses Problem zu lösen. Joachim Barloschky, Sprecher des Bündnisses, hat recherchiert, dass die Zahl der Obdachlosen in Bremen gestiegen ist. Er fordert ein kommunales Wohnungsbauprogramm, Nutzung und Umnutzung von leer stehenden Gebäuden, mehr einfache Wohnungen, eine wirksame Mietpreisbremse und mehr Solidarität und Unterstützung für Wohnungslose. Barloschky lobte erste Ansätze der Landespolitik, es müsse aber noch viel getan werden.
 

Manfred Meyer unterstützt die Forderungen des Aktionsbündnisses. Er beobachtet mit Sorge den Rückgang des sozialen Wohnungsbaus. Es sei erfreulich, dass Bremen wachse, allerdings seien viele junge Familien und Zugezogene gezwungen, ins Umland zu ziehen.

Als SPD tragen wir Verantwortung, allen Bürgerinnen und Bürgern bezahlbare Wohnsituationen zu bieten – wir verstehen das als eine der großen Herausforderungen der laufenden Legislaturperiode. Der Bund darf die Kommunen mit dieser Verantwortung nicht alleine lassen. In den Koalitionsverhandlungen haben wir hart für die Wohnungspolitik gekämpft und viel erreicht. So steht im Koalitionsvertrag, dass wir die Wohnraumoffensive anschieben: 2 Milliarden Euro fließen in den Bau von Sozialwohnungen. Eine Grundgesetzänderung sichert dieses Engagement vom Bund dauerhaft. Kommunen werden Instrumente erhalten, über die sie brach liegendes Bauland schnell nutzen können. Die von uns bereits eingeführte Mietpreisbremse soll weiter verschärft werden. Darüber entsteht mehr Transparenz und Sicherheit, sodass keine extrem hohen Mieterhöhungen bei einer Neuvermietung entstehen. Nach einer Sanierung dürfen Vermieter künftig nur noch acht anstatt der bisherigen elf Prozent auf die Jahresmiete aufschlagen. Junge Familien werden wir beim Erwerb von Wohneigentum unterstützen.

Wir alle wollen in einer attraktiven Stadt leben. Ich schätze an Bremen die vielfältigen Stadtteile und bunten Quartiere, die müssen wir uns bewahren.

12.4.2018