Diskussion zu Nachhaltiger Finanzwirtschaft in Hamburg

Auf dem Podium.

Am 21.6.2018 habe ich auf der Internationalen Konferenz des Instituts für Finanzdienstleistungen e.V. diskutiert und vorab meine Position im Konferenz-Reader (S. 60) skizziert.

Die Nachfrage für nachhaltige Finanzinstrumenten steigt. Verbraucher, private Investoren und staatliche Stellen bewerten ihre Geldanlage nicht länger nur aus rein monetären Gesichtspunkten, sondern beziehen die vielfältigen Auswirkungen ihres Investments in ihre Anlageentscheidungen ein. Die Branche reagiert und bietet zunehmend Fonds an, die als ökologisch, sozial oder ethisch daherkommen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist bisher in der Regel allerdings oft nur schwer zu erkennen, ob sich dahinter mehr verbirgt als schöne Versprechungen. Und auch professionelle Anleger tun sich schwer. Ein funktionierender Markt kann so nicht entstehen. Langfristig ist nachhaltige Geldanlage nicht nur ethisch geboten, sondern es profitieren auch Anleger. Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörung und schlechte Arbeitsbedingungen stellen auch finanzwirtschaftliche Risiken dar, die transparent gemacht werden müssen.

Die Europäische Kommission hat das Problem erkannt und will nachhaltige Investments fördern. Im Mai hat sie dazu konkrete Vorschläge vorgelegt. Im Zentrum steht die einheitliche Definition, welche Anlagen als nachhaltig gelten. Dadurch könnten Anleger künftig leichter erkennen, was hinter den Versprechen der Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften steckt. Zudem sollen Berater verpflichtet werden, über die Auswirkungen von Investments auf Mensch und Umwelt aufzuklären.

Aus Anlegersicht bergen die Kommissionsvorschläge die Hoffnung, dass sich nachhaltige Geldanlagen genauso durchsetzt, wie das im Lebensmittelbereich mit biologischem Landbau gelungen ist. Was vor 30 Jahren ein Thema für Außenseiter war, ist heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Ich setze mich dafür ein, dass wir die Vorschläge der Kommission im Rat unterstützen. Angesichts der bevorstehenden Europawahlen brauchen wir zügig eine Einigung in Europa, um der nachhaltigen Finanzwirtschaft zum Durchbruch zu verhelfen.

28.06.2018