Diakonisches Werk

Der erste Stopp meiner Sommertour war das Diakonische Werk Bremen. Wie schon bei meinem ersten Besuch vor knapp einem halben Jahr, steht dort derzeit die Integration Geflüchteter im Vordergrund.

Bereits im vergangenen Jahr besuchte ich das Diakonische Werk Bremen, damals hatten die Helfer alle Hände voll mit der Erstversorgung Geflüchteter zu tun. Mein jetziger Besuch war eine gute Gelegenheit darüber zu reden, wie es weitergehen soll. „Von der Willkommenskultur kommend, muss jetzt das Augenmerk auf feste Strukturen gelegt werden, die nachhaltig sind“, sagt der Geschäftsführer und Landes-
diakoniepastor Manfred Meyer. Geflüchtete müssen auf den Arbeitsmarkt und in den Stadtteil integriert werden. Benötigt werden zudem mehr Kita-, Schul- und Ausbildungsplätze sowie Wohnungen. Die Flüchtlingssituation habe Bremen dort erwischt, wo es sowieso seit Jahren hake, so der Verbandskoordinator und stellvertretende Geschäftsführer Jürgen Stein. Wir müssen die besten Startbedingungen für die Menschen schaffen, die zu uns kommen, damit spätere Konflikte vermieden werden.
 

Geflüchtete über den Bundesfreiwilligendienst zu integrieren, sei grundsätzlich eine gute Idee, finden Meyer und Stein. Dennoch ist es schwierig, die geschaffenen 40 Stellen zu besetzen, weil die Refinanzierung bei den Trägern nicht möglich ist. Ein Problem, das nicht nur in Bremen, sondern bundesweit besteht. Ich werde in Berlin die Chancen für einen höheren Finanzierungsanteil des Bundes ausloten. Nachbesserung bedarf es aus Sicht der Geschäftsführer ebenfalls beim Bundesteilhabegesetz. Noch immer werden Menschen mit Behinderung zu stark reglementiert. „Das Gesetz ist ein wichtiger Schritt, aber es muss weitergehen. Wir haben noch Gesprächsbedarf“, sagt Meyer. Diese Ansicht teile ich. Deshalb werde ich meine Sommertour auch nutzen, um mich mit weiteren Verbänden und dem Landesbehinderten-
beauftragten zu treffen. Es gilt herauszuarbeiten, wo Verbesserungsbedarf besteht. Ab Herbst wird der Kabinettsentwurf des Bundesteilhabegesetzes in Bundestag und Bundesrat beraten.