Für Bremen in Berlin

Auf der Terrasse des Reichstagsgebäudes.
Im Reichstagsgebäude vor der Kuppel.

Theresa Nußbaum vertritt Bremen beim Planspiel „Jugend und Parlament“. Vier Tage schaut sie hinter die Kulissen des Bundestags, trifft Abgeordnete, nimmt an Konferenzen teil und erlebt hautnah, wie Politik gemacht wird.  Theresa erzählt in einem Blog, wie sie die Zeit in Berlin erlebt hat.

Vom 1. bis 4. Juni 2019 beteiligen sich rund 300 Jugendliche aus ganz Deutschland an einem Planspiel im Deutschen Bundestag, in dem parlamentarische Verfahren nachgestellt und geübt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung „Jugend und Parlament“ kommen aus ganz Deutschland. Sie wurden von Mitgliedern des Bundestages nominiert. Für Bremen hat sich unter anderem Theresa Nußbaum beworben und ich habe sie nominiert. Die 19-Jährige machte im vergangenen Jahr Abitur und engagiert sich seitdem in politischen Gruppen. Sie hat beispielsweise bei der Erarbeitung des Wahl-O-Mats mitgewirkt. Bevor sie sich für ein Studium der Politikwissenschaften bewirbt, möchte sie sich intensiv mit politischen Prozessen auseinandersetzen.

Theresa übernimmt vier Tage lang meinen Part im Parlament und verhandelt in fiktiven Fraktionssitzungen, Ausschüssen, Landesgruppen und Arbeitsgruppen. Die Jugendlichen verhandeln dabei in der Originalkulisse im Bundestag. Zur Debatte stehen drei Gesetzesentwürfe und ein Antrag. Bei der abschließenden Debatte im Plenarsaal werden Rednerinnen und Redner aus allen Spielfraktionen an das Pult des Plenarsaals treten und versuchen, Mehrheiten für ihre politischen Anliegen zu gewinnen. Ich bin sehr gespannt, welche Eindrücke Theresa von der Abgeordnetenarbeit mitnimmt. Wir werden uns in einem Gespräch austauschen. Damit alle Bremerinnen und Bremer einen Eindruck vom Planspiel "Jugend und Parlament" haben, berichtet Theresa nach jedem Tag kurz und knapp.
 

Theresa auf dem Weg nach Berlin.

Samstag, 1. Juni 2019

"Ich sitze voller Vorfreude im ICE in Richtung Berlin und bin gespannt auf die kommenden Tage. Mich erwarten vier Tage voller Politik, mit neuen Bekanntschaften und viele Eindrücke. Ich freue mich sehr, dass Sarah Ryglewski es mir ermöglicht hat, am Programm "Jugend und Parlament" teilzunehmen."

Sonntag, 2. Juni 2019
"Nach einem langen zweiten Tag habe ich nun endlich ein bisschen Zeit für mich. Gestern war ich zum ersten Mal im Bundestag und ich muss wirklich sagen - man bewegt sich ehrfürchtig in dem Gebäude. Der gestrige Tag war anstrengend, aber schön. Ich hatte eine angenehme Reise nach Berlin und nach einem schnellen Sightseeing ging es in den Bundestag. Im Planspiel bin ich die fiktive Abgeordnete Charlotte Rosenbusch. Sie ist Mitglied der ,Partei für Engagement und Gerechtigkeit'. Ich bin im Ausschuss für Verbraucherschutz. Heute hatten wir unsere erste richtige Fraktionssitzung, in der wir zunächst einen Vorstand wählten. In meiner Arbeitsgruppe - bestehend aus den Mitgliedern des Wirtschafts-, Umwelt- und des Verbraucherschutzausschusses meiner Fraktion - haben wir über einen Gesetzesentwurf diskutiert, der vorsieht, ein Pfandsystem für Kaffeebecher einzuführen. Der parteiinterne Ausschuss für Verbraucherschutz hat sich klar für eine Gebühr und gegen ein Pfandsystem ausgesprochen. Auf dieser Grundlage erarbeiteten wir einige Gesetzesänderungen."

 

Mit Sarah Ryglewski vor der Paul-Löbe-Büste.

Montag, 3. Juni 2019
"Heute war wieder ein ereignisreicher Tag. In der fraktionsübergreifenden Ausschusssitzung für Verbraucherschutz diskutierten wir einen erfolgreichen Kompromiss zum erarbeiteten Gesetzesentwurf. Zudem traf ich Sarah Ryglewski zum Gespräch. Trotz ihres vollen Terminkalenders nahm sie sich Zeit für ein Mittagessen. Ich fragte sie nach persönlichen Ansichten zur Zukunft der SPD, zum Koalitionspartner CDU und nach ihrem Alltag im Bundestag. Das Treffen war definitiv ein Highlight meines Berlin-Aufenthaltes. Ich war von Sarahs offener und authentischen Art begeistert! Nach dem Gespräch führte mich Sarahs Mitarbeiter noch durch den Bundestag."

Am Planspiels nehmen junge Menschen aus ganz Deutschland teil.
Theresa bringt die Überlegungen ihrer Fraktion zum Gesetz ein.

Am Ort des Geschehens: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verhandeln dort, wo sonst Politikerinnen und Politiker stehen.
Dienstag, 4. Juni 2019

"Der Dienstag war wohl der ereignisreichste und tollste Tag von allen. Wir hatten ab neun Uhr Plenarsitzung im Bundestag, das bedeutet, wir saßen genau dort, wo die Politiker auch immer sitzen, wenn sie debattieren und Gesetze entwerfen. Das Gefühl, einen Tag dort zu verbringen, war unbegreiflich. Meine Partei konnte drei von vier Gesetzen durchbringen und schloss das Planspiel somit sehr erfolgreich ab. Anschließend gab es noch eine Podiumsdiskussion, geführt von Theo Koll, in der uns namenhafte Politiker wie Dietmar Bartsch und Katrin Göring-Eckardt Rede und Antwort standen und wir die Möglichkeit hatten, unsere neu gesammelten Erfahrungen mit ihren abzugleichen. Dieser Tag hatte es einfach in sich."

"Fazit: Abschließend kann ich nur noch einmal betonen, wie dankbar ich Sarah Ryglewski und ihren Mitarbeitern bin, dass ich am Planspiel teilnehmen durfte. Diese vier Tage haben meinen Horizont in vielerlei Hinsicht erweitert: Ich kam aus meiner politischen Blase heraus und hatte die eine oder andere frustrierende Diskussion mit Nichtgleichgesinnten, ich habe den Alltag eines Politikers kennengelernt und festgestellt, wie hart jeder einzelne arbeiten muss - für uns, für das Volk - und ich habe auch viel über den Gesetzgebungsprozess erfahren. Ich kann eine Teilnahme am Planspiel ,Jugend im Parlament' wirklich jedem jungen politisch interessierten Menschen ans Herz legen, denn diese vier Tage werde ich wohl nicht mehr vergessen und sie haben mich enorm weitergebracht."

4.6.2019