Betriebsrätekonferenz mit Bremer Beteiligung

Kirsten Brauer, Michael Wendt, Sarah Ryglewski und Judith Bohl. (v.l.)

Fragen rund um Arbeit im digitalen Wandel standen im Zentrum der Betriebs- und Personalrätekonferenz, zu der die SPD-Bundestagsfraktion am 6. Mai Teilnehmende aus der ganzen Bundesrepublik in Berlin empfing. Zu diesem Anlass tauschte ich mich auch mit Betriebs- und Personalräten aus Bremen und der Region aus.

Die Digitalisierung bedeutet einen enormen Wandel der Arbeitswelt. Geschäftsmodelle änderten sich, genauso wie Unternehmensstrategien oder Formen der Arbeitsorganisation. Gerade in Dienstleistungsbranchen gibt die Technologie immer stärker Takt und Umfang der Arbeit vor: Hier steigt der Druck auf die Beschäftigten durch Datenanalyse und Künstliche Intelligenz. Aber die Arbeit leisten in den allermeisten Fällen immer noch Menschen. Deshalb müssen wir uns fragen, was uns diese Arbeit wert ist. Es kann nicht sein, dass das Arbeitsrecht durch neue Unternehmensformen ausgehöhlt wird und Beschäftigte Opfer von Lohndumping, Ausbeutung und mangelnder Mitbestimmung werden.

Besonders habe ich gefreut, dass mit Judith Bohl von der Ariane Group, Kirsten Brauer von Airbus Defence and Space GmbH und Michael Wendt von der Kreiszeitung Syke, Betriebsrätinnen und Betriebsräte aus Bremen und der Region an der 26. Betriebsrätekonferenz der SPD-Bundestagsfraktion teilnahmen. Auf der Konferenz war viel Sachkenntnis zum Thema Arbeit 4.0 vertreten: Digitales Arbeiten in
Betrieben war Thema einer intensiven Podiumsdiskussion langjähriger Betriebsräte aus verschiedenen Branchen. Zuvor beleuchteten zahlreiche Fachleute die Herausforderungen und Möglichkeiten der
Arbeit von Morgen, etwa der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann, die Sprecherin für Arbeit und Soziales der SPD-Bundestagsfraktion Kerstin Tack, die Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles,
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, und der digitalpolitische Staatssekretär Björn Böhning.

Eins ist ganz klar geworden: Der digitale Wandel muss gestaltet werden. Das gelingt aber nur, wenn es eine starke betriebliche Mitbestimmung gibt. Denn diese ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Beschäftigten von der Digitalisierung profitieren. Deshalb sind die Erfahrungen der Personal- und Betriebsräte für unsere Arbeit als Politiker absolut unentbehrlich.

6.5.2019