Besuch bei den Suppenengeln

Mit Peter Valtink vor der Essensausgabe.

Die Suppenengel Bremen versorgen Menschen, die nicht genügend Geld haben und vielfach auf der Straße leben, seit 1997 mit Essen und Kleidung. Ich sprach mit dem Geschäftsführer, Dr. Peter Valtink, der mit seinem Team, das aus vielen Ehrenamtlichen besteht, einen wertvollen Beitrag leistet.

Peter Valtink und die 43 Ehrenamtlichen des Vereins Suppenengel Bremen machen das, was eigentlich überflüssig sein sollte: Werktags bieten sie in der ehemaligen Senatskantine Mittagsessen, Kaffee und Verpflegung an. Warme Kleidung und einen Haarschnitt gibt es auch auf Nachfrage. 250 Bremerinnen und Bremer nutzen das Angebot – und die Nachfrage steigt, hat Valtink beobachtet. Zunehmend Seniorinnen und Senioren, alleinerziehende Mütter und Menschen aus Osteuropa verpflegen sich über die Suppenengel, weil ihnen zu wenig Geld bleibt fürs Leben.

Mit steigendem Bedarf wird es eng in den Räumlichkeiten: In den Wintermonaten öffnen die Suppengel die Pforten in der ehemaligen Senatskantine am Lloyd-Hof, von Frühling bis Sommer sind die 43 Ehrenamtlichen mit Lastenrädern und dem Lieferwagen unterwegs. „Wir brauchen andere Räume, in denen wir verköstigen können und eine Küche, zum Zubereiten der Speisen“, sagt Valtink. Die Suppengel leisten einen großen Beitrag zur sozialen Teilhabe. Der Verein, der 1997 von Zia Gabriele Hüttinger gegründet wurde, die für ihr Engagement 2013 das Bundesverdienstkreuz erhielt, versorgt nicht nur mit Nahrungsmitteln, sondern organisiert Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort. Beispielsweise bemüht sich das Team, Arbeitslose in Jobs zu vermitteln.

Gerade im Winter wird schmerzlich bewusst, dass viele Menschen ohne Obdach oder feste Bleibe auskommen müssen. Laut BAG Wohnungslosenhilfe beträgt die Zahl der wohnungslosen Menschen ohne Einbezug wohnungsloser Flüchtlinge gut 420.000 in ganz Deutschland. Die Tendenz ist steigend. Als SPD nehmen wir das Thema Wohnungslosigkeit sehr ernst, wir brauchen mehr präventive Maßnahmen und geeignete Unterkünfte. In den Zeiten von Migrationsbewegungen, Bevölkerungsanstieg und zunehmender Wohnungsverknappung ist es höchste Zeit, zu handeln. Deshalb haben wir den Bau von bezahlbarem Wohnraum im Koalitionsvertrag verankert. Der soziale Wohnungsbau muss mindestens auf heutigem Niveau und langfristig verstetigt werden. Dafür ist es erforderlich, dass der Bund auch in Zukunft gemeinsam mit den Ländern Verantwortung für die soziale Wohnraumförderung übernehmen kann. Falls erforderlich wird dazu eine Grundgesetzänderung vorgenommen. Ungeachtet dessen werden wir in den Jahren 2020/2021 mindestens zwei Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau zweckgebunden bereitstellen.

Aber wir betrachten das Thema auch global: Um der sozialen Spaltung der Gesellschaft entgegen zu wirken, braucht es neben bezahlbarem Wohnraum effektive Maßnahmen gegen Kinder- und Altersarmut.

8.3.2018