Besuch im Lidice-Haus

Mit den Bildungsreferentinnen und der Geschäftsführerin Anne Dwertmann (rechts) im Lidice-Haus

Dem Team des Lidice-Haus geht es um Extremismusprävention und Demokratieförderung. Mit der Geschäftsführerin Anne Dwertmann und ihrem Team tauschte ich mich über die aktuellen Herausforderungen für unsere Demokratie, Alltagsrassismus und die Frage aus, wie der Einzug der AfD die Arbeit im Bundestag verändert hat. ich informierte mich über die vom Bund unterstützten Projekte #denk_net – Stärkung der digitalen Zivilgesellschaft und Soliport - eine Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

Wie dringen politische Botschaften durch alle Bevölkerungsschichten? Was kann getan werden, um einseitige Meinungsmache in den Online-Kanälen zu durchbrechen? Wie erreicht Politik und politische Aufklärung alle angesprochenen Empfänger? Diese Fragen stellen sich nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendbildungsstätte Lidice-Haus, sie bestimmen auch meinen politischen Alltag.

In Zeiten, in denen Parteien wie die AfD Fake-News über die sozialen Medien verbreiten und immer mehr Menschen von klassischen Medien kaum noch erreicht werden, sind Aufklärung und neu Formate der politischen Diskussion nötig. Die Bildungsreferentinnen erarbeiten Workshops, die Jugendlichen helfen sollen, zu differenzieren und Toleranz zu entwickeln. Sie erzählten aus dem Alltag und schilderten mir, dass es nicht immer einfach sei, die Angebote zielgerichtet zu verbreiten. Sie wünschen sich breitere Kommunikationswege, mehr Vernetzung der lokalen Behörden und Regelfinanzierungen.

Workshops und Programme, die junge Menschen darin bestärken, eine Meinung zu bilden, zu debattieren und über gesellschaftspolitische Ziele nachzudenken sind wichtig und brauchen eine solide Finanzierung. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt über das Programm „Demokratie leben!“ diverse Initiativen und Einrichtungen. Im Jahr 2018 investierten wir 120,5 Millionen Euro. Die realisierten Projekte sind ein zentraler Baustein in der Extremismusprävention und der Demokratieförderung.

Wichtig ist, dass sich die aufgebauten Strukturen nach dem Förderzeitraum nicht wieder lösen. Deshalb braucht es eine dauerhafte Förderung.

25.10.2018