Besuch bei der Landesbeauftragten für Frauen

Bettina Wilhelm überreicht mir den Jahresbericht.

Seit ihrer Berufung zur Landesbeauftragten für Frauen sind Bettina Wilhelm und ich schon häufiger miteinander ins Gespräch gekommen. Im Dezember habe ich ihr dann meinen offiziellen Antrittsbesuch abgestattet.

Am 19. Januar erinnerten wir an die Einführung des Wahlrechts für Frauen vor 100 Jahren. Trotz Gleichberechtigung können wir heute jedoch noch immer nicht von gleichwertigen Verhältnissen sprechen. Es gibt noch viele Barrieren und die Kluft zwischen den Geschlechtern wächst in einigen Bereichen wieder an. Das belegt auch eine aktuelle Studie des Weltwirtschaftsforums. Bettina Wilhelm und ich hatten demnach viele Themen zu besprechen. Aktuell ist der Landesbeauftragten für Frauen wichtig, dass in der Debatte um den § 219a zum Werbeverbot von Schwangerschaftsabbrüchen die Situation für Frauen signifikant verbessert wird und Ärztinnen und Ärzte die Abtreibungen vornehmen, Rechtssicherheit bekommen. Dieses Ziel teile ich.

Gerade mit Blick auf die Bürgerschaftswahl im Mai 2019 beschäftigt uns beide die Repräsentanz von Frauen in der Politik und in öffentlichen Ämtern. Es braucht mehr Frauen in Führungspositionen und in den Parlamenten und zwar auf allen Ebenen. Unser Ziel ist die Parität! Mentoringprogramme oder strategische Begleitung während der Kandidatur könnten helfen und Frauen auf ihrem Weg unterstützen.

Zu häufig wird noch von klassischen Frauenberufen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales gesprochen. In den MINT-Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) bleiben die Frauen weiter unterrepräsentiert. Es muss eine Selbstverständlichkeit sein, dass Frauen und Männer gleichermaßen in allen gesellschaftlichen Bereichen vertreten sind. Dazu gehört auch eine Willkommenskultur in Betrieben, in denen bisher überwiegend Männer tätig waren. Um die Vorstellungen von typischen Männer- und Frauenberufen aufzubrechen, braucht es neben der klischeefreien Berufsberatungen auch die entsprechende Ausstattung in den Unternehmen.

Damit sich das Thema Gleichstellung wieder stärker in den Fokus rückt und auch aus wissenschaftlichem Blickwinkel untersucht wird, wünscht sich Wilhelm, dass die Gender Studies und die Geschlechterforschung an den Bremer Hochschulen wieder mehr Gewicht bekommen. Bremen war Vorreiter im Bereich der Gender Studies, diese Position gilt es wieder zu erlangen.

3.12.2018