Besuch am Denkort Valentin

Mit Marcus Mayer in der Ausstellung am Denkort Bunker Valentin.

Ein Besuch des Denkort Bunker Valentin bringt stets neue Erkenntnisse. Ein Rundgang regt dazu an, über die Geschichte nachzudenken, sich der Verantwortung bewusst zu werden und darüber, wie wir die Gegenwart gestalten wollen. Der wissenschaftliche Leiter, Marcus Mayer, führte mich über das Gelände, das sich als Gedenkstätte und Lernort versteht. Wir diskutierten über die Herausforderungen der heutigen Erinnerungskultur und die Gefahr, die von der AfD und anderen rechten Gruppierungen ausgeht.

Marcus Mayer und sein Team empfangen ganzjährig Schülergruppen und Interessierte aller Generationen, um ihnen den Denkort näher zu bringen. Das geschieht über verschiedene pädagogische Ansätze, Rundgänge und Formate. Ganz wichtig ist für die Referenten und Referentinnen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, ihre Motivation zu erfahren, weshalb sie sich zu einem Besuch entschlossen haben und mit welchen Eindrücken sie wieder gehen.
 

Es gibt verschiedene Führungen: Sogar Grundschüler haben jüngst einen Audioguide für den Denkort Bunker Valentin erarbeitet.

Die Gedenkstättenarbeit in Bremen-Farge holt uns unsere eigene Geschichte ins Bewusstsein. Vor allem aber schlägt das Team immer eine Brücke von der Historie in die Gegenwart. Heute erleben wir täglich, dass rechte Parteien, wie die AfD, wieder auf Ausgrenzung als vermeintlich einfache Lösung für komplexe Probleme setzen. Aufklärungs- und Bildungsangebote im Rahmen der Erinnerungskultur sind deshalb wichtiger als je zuvor. Sie müssen finanziell langfristig abgesichert sein.

Moderne Technik in der Gedenkstätte: Marcus Mayer zeigt mir auf einer digitalen Landkarte die Ausmaße der Anlage.

An Gedenkstätten wie in Bremen-Farge wird spührbar, wie wertvoll unsere Demokratie ist – und wie gefährdet zugleich. Wir dürfen nicht müde werden, die Zivilgesellschaft und den Rechtsstaat zu verteidigen. Die Nazi-Vergangenheit lehrt uns, wie schnell Menschen ihre Menschlichkeit und das Existenzrecht abgesprochen werden kann.

Mit Marcus Mayer und der Schweizer Künstler Robert Aeberhard.

Vielen Dank auch an Robert Aeberhard. Der Schweizer Künstler zeigte mir seine Installation "spurlos", die er am Denkort Bunker Valentin realisierte. Zwei Jahre hat er sich dazu mit dem Gelände beschäftigt und Fußabdrücke entdeckt, die aus der Zeit des Baus in den 40er Jahren stammen.

16.11.2018