Berufsunfähigkeitsversicherung verbraucherfreundlicher gestalten

Sarah Ryglewski in der AG-Verbraucherpolitik.

Für viele Menschen in Deutschland stellt der Verlust ihrer Arbeitsfähigkeit ein großes Risiko dar, bei dem oft nicht nur die eigene Existenz, sondern die der gesamten Familie auf dem Spiel steht. Trotzdem sind heute nur wenige ausreichend dagegen versichert.

Schuld daran sind meist die viel zu hohen Prämien, ein unübersichtlicher Markt sowie uneinheitliche, komplizierte Verträge. Aus diesem Grund habe ich am Mittwoch im Rahmen der Arbeitsgruppe Verbraucherpolitik der SPD-Bundestagsfraktion zu einem Expertengespräch mit Vertretern der Verbraucherschutz- bzw. Versichererseite eingeladen.

Zu Gast waren Sandra Klug (Abteilungsleiterin Marktwächter Finanzen von der Verbraucherzentrale Hamburg) und Thomas Hennig (Leiter Mathematik und Produktfragen beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft), die uns jeweils die Herausforderungen der Berufsunfähigkeitsversicherung aus ihrer Perspektive schilderten. Im anschließenden Dialog wurden Ansätze zur verbraucherfreundlicheren Gestaltung der Berufsunfähigkeitsversicherung diskutiert. Dazu gehören u.a. Vereinheitlichungen von Verträgen oder ein besserer Informationsaustausch zwischen Ärzten und Versicherungen.

In der Diskussion ist erneut deutlich geworden, dass der freie Markt alleine den Ansprüchen von Vorerkrankten und solchen, die riskante Berufe ausüben, nicht gerecht werden kann. Ich halte daher einen Ausbau der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente für notwendig, um eine Absicherung zu gewährleisten, bei der niemand zurückgelassen wird.

15.5.2019