Berufsschulen bereiten auf den Job und das Leben vor

Beim Rundgang durch die Werkräume im TBZ.

Während meiner Sommertour besuchte ich das Schulzentrum Neustadt und das Technische Bildungszentrum Mitte. Ich nahm mir viel Zeit, um mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften über die Herausforderungen in den Berufsschulen zu sprechen.

Das Technische Bildungszentrum Mitte (TBZ) bildet junge Menschen im Bereich Elektro-, Fahrzeug- und Metalltechnik aus. Mit Schulleiter Jörg Metag, Katharina Deters (Vorsitzende des Schülerbeirats im  TBZ Mitte und selbst Auszubildende), Uwe Timmermann (Arbeitgebervertreter im Ausbildungsbeirat des TBZ) und Jan Wilde (Arbeitnehmervertreter im Ausbildungsbeirat im TBZ Mitte) unternahmen wir einen Rundgang über das große Gelände. Wir besuchten KfZ-Klassen und Schülerinnen und Schüler im Elektrotechnik-Unterricht. So praxisnah wie möglich wird der Lehrstoff am TBZ Mitte in Werkräumen und an Modellen gelehrt und erprobt.

Ein Produkt aus dem 3-D-Drucker der Schule.

In der Berufsqualifizierungsklasse werden Schülerinnen und Schüler über das Handwerk fit für die Ausbildung gemacht.
In den Lehrwerkstätten wird die Praxis für die Schülerinnen und Schüler simuliert.
Wie wird ein Keilriemen gewechselt? In der Berufsschulklasse werden Grundlagen vermittelt.

Im Schulzentrum Neustadt an der Delmestraße mit der Direktorin Judith Mahlmann.
In der Berufsqualifizierungsklasse sammeln die jungen Menschen erste Erfahrungen in der Metallverarbeitung. Neben Sprach- und Praxiskenntnissen werden sie auf die Arbeitswelt und eine Ausbildung vorbereitet. Unser Ausbildungssystem ist flexibel und bietet jungen Frauen und Männern verschiedene Wege, um berufliche Perspektiven zu finden. Es muss nicht immer das Abitur und ein Studium sein. Eine Ausbildung ist eine gute Basis, um Praxis- und Lebenserfahrung zu sammeln. Im Anschluss daran stehen immer noch diverse Wege offen, im Betrieb zu arbeiten oder sich weiter bis zum Studium zu qualifizieren.
An den Berufsschulen wird viel geleistet, dennoch steht das Bildungssystem an einem Wendepunkt, das wurde in der Diskussion mit allen Beteiligten deutlich. Die Digitalisierung und Industrie 4.0 stellen uns vor Herausforderungen, die neue Herangehensweisen an die Wissensvermittlung fordern. Traditionelle Lehrkonzepte müssen durch Lernen 4.0 ersetzt werden. Es bedarf mehr Investitionen, eine angemessene Personalsituation, entsprechende Ausstattung in den Räumlichkeiten, um junge Menschen optimal auf den Beruf und das Leben vorzubereiten.

 

Das Schulzentrum Neustadt besuchte ich zum interkulturellen Sportfest. Zu diesem Anlass probierten sich die Schülerinnen und Schüler an Aktivstationen aus – eine gute Möglichkeit, um sich zum Schuljahresbeginn kennenzulernen. Die beruflichen Schulen an der Delmestraße verfolgen das Ziel, die Entwicklung interkultureller Kompetenzen der SchülerInnen und Auszubildenden zu fördern und sie für berufliche Anforderungen in einer multikulturellen Gesellschaft zu qualifizieren. Schulleiterin Judith Mahlmann ist vor allem stolz auf die Ausbildung zum/zur HauswirtschafterIn. Dieser oft unterschätzte Beruf ist stark nachgefragt und bietet diverse Einsatzmöglichkeiten. Die enge Anbindung an die Betriebe bietet Vorteile in der heute oft unübersichtlichen Berufswelt. Vielen Schülerinnen und Schülern falle die Orientierung heute schwer. Mahlmann und ihr Kollegium bieten Beratungen und zeigen, dass es viele Wege zum Ziel gibt. Wichtig dafür sind genügend Personal und eine an die Bedürfnisse der Auszubildenden angepasste Berufsschullehrerausbildung.

24.8.2018