Berufe der Zukunft - Visionen für die Arbeitswelt von morgen

Im Gespräch mit Yasmin Fahimi (links) und Claudia Bogedan (rechts).

Wie müssen Berufsschulen ausgestattet und das Personal ausgebildet sein, um junge Menschen gut auf die digitalisierte Arbeitswelt vorzubereiten? Unter anderem diese Frage diskutierte ich mit der SPD-Obfrau der Enquetekommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“, Yasmin Fahimi, der Bremer Senatorin für Kinder und Bildung, Claudia Bogedan, meinem Kollegen Uwe Schmidt und Experten aus der Praxis im Technischen Bildungszentrum Mitte.

Yasmin Fahimi machte deutlich, dass noch nie so viel Geld in die berufliche Bildung investiert wurde, wie in dieser Legislaturperiode. Der Digitalpakt bietet eine solide Basis, für eine gute Infrastruktur in den Klassenzimmern. Doch nicht nur auf die Infrastruktur kommt es an, wir müssen uns auch auf einen lebenslangen Lernprozess einstellen und vorbereiten. Dazu benötigen wir neue Lernkulturen und eine neue Art der Berufsorientierung. Außerdem müssen wir Berufsschulen zu Kompetenzzentren ausbauen.
 

Eröffnung der Veranstaltung

Die Enquetekommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“, der Yasmin Fahimi als Obfrau angehört, fokussiert sich neben diesen Themen auch auf den Bereich der Weiterbildung. Diese nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Es muss mehr Anreize zu Weiterbildungen geben, damit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den Anforderungen ihrer Jobs so lange wie möglich gerecht bleiben können. Fakt ist: Eine Ausbildung wird meist nicht ausreichen, um den Beruf ein Leben lang ausüben zu können.
 

Im Technischen Bildungszentrum Mitte: Uwe Schmidt, Claudia Bogedan, Sarah Ryglewski und Yasmin Fahimi.

Die Funktion des Berufsschulpersonals wird umso wichtiger, weil es junge Menschen auf diese flexible Zukunft vorbereitet. Wie Claudia Bogedan richtig bemerkte, erbringen die Berufsschulen schon jetzt eine enorme Leistung: Sie unterstützen junge Menschen in ihren persönlichen Fähigkeiten, bereiten sie auf den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft vor. Über diese Wege finden auch Menschen mit Beeinträchtigungen und Fluchthintergrund ihren Platz im Beruf.

An Engagement fehlt es bei den Lehrkräften und den Auszubildenden nicht. Die angehenden Veranstaltungstechnikerinnen und Veranstaltungstechniker sorgten für einen reibungslosen Ablauf auf und hinter der Bühne. Der Schulleiter Jörg Metag gab Einblicke in die Praxis der Berufsschule: 130 Lehrende geben ihr Wissen an die Auszubildenden weiter. Aufgrund der sich wandelnden Berufswelt stellen sie sich auf immer neue Begebenheiten ein.

Die Ausbildung von Berufsschullehrerinnen und Berufsschullehrern wird eine zentrale Aufgabe sein. Wir brauchen Finanzierungsmodelle und Konzepte, um die Lücke zu füllen, die sich jetzt schon abzeichnet, weil viele Lehrerinnen und Lehrer in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen.

Den Wandel der Arbeitswelt gilt es zu begleiten und zu gestalten. Die Politik muss dafür die Rahmenbedingungen schaffen. Aber auch die Unternehmen sind in die Pflicht zu nehmen: Der Wandel der Berufe läuft parallel zu einem gesellschaftlichen Wandel. Wir alle müssen damit umgehen. Das heißt auch, dass Jugendliche ohne Einser-Zeugnis eine Chance auf eine Ausbildung bekommen müssen. Zusätzlich brauchen sie Unterstützung und Begleitung.

27.3.2019