Das "Girokonto für alle" kommt

Die Miete in bar bezahlen, das Gehalt in der Lohntüte entgegennehmen oder den Versicherungsbeitrag zur Krankenkasse tragen? Ohne ein Konto droht der Ausschluss am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben, und doch sind in Deutschland knapp eine Million Menschen ohne Konto. Was die SPD-Bundestagsfraktion schon lange gefordert hat, geht jetzt in die parlamentarische Beratung:

Der Gesetzesentwurf ermöglicht allen Personen mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU den Zugang zu einem bezahlbaren Girokonto mit grundlegenden Funktionen. Die Umsetzung der EU-Richtlinie, soll bis spätestens September 2016 in Kraft treten.

Als zuständige Berichterstatterin der SPD-Fraktion lege ich jetzt den Fokus auf klare Rahmenbedingungen bei der Ausgestaltung. Ein solches Basiskonto muss erschwinglich und praktikabel sein. Dazu gehört heute selbstverständlich die Möglichkeit des Online-Banking sowie Transparenz bei Gebühren und Entgelten.

Mit der Verpflichtung, Kunden besser über die Konditionen zu informieren und Kontowechsel zu erleichtern, stärkt das Gesetz die Rechte aller Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Punkte die jetzt wichtig sind: Bezahlbarkeit, ein klarer Kriterienkatalog für die Ablehnung von Anträgen und die zügige Umsetzung im parlamentarischen Verfahren. Ein Girokonto ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, auf die jeder Mensch ein Recht haben muss.