Aktionswoche "Für ein solidarisches Land"

Vor dem Quartierszentrum Huckelriede mit Madlien Janko und Sebastian Jung vom Martinsclub.

Ich nutzte die Aktionswoche vom 1. bis 5. September, um mit Bremerinnen und Bremern ins Gespräch zu kommen. Ich habe mir mit dem Quartierszentrum Huckelriede einen Ort angeschaut, wo Stadtteilarbeit passiert und dort meine mobile Bürgersprechstunde angeboten. Zudem hatte ich einen Termin in der Migrationsberatungsstelle.

Im Quartierszentrum Huckelriede passiert Stadtteilarbeit für alle Generationen. Das Haus, in dem der Martinsclub, das SOS-Kinderdorf, das Amt für Soziale Dienste und die Stadtteilküche Marie Weser unter einem Dach beheimatet sind, zeigt, wie positiv sich ein breites Netzwerk auf die Nachbarschaft auswirkt. Das Quartierszentrum ist ein lebendiger Ort, an dem Bildung, inklusives Wohnen, Beratung rund um das Thema Familie, Betreuung, Begegnung und gemeinsames Essen stattfindet. Es hat mich sehr gefreut, diesen Treffpunkt und die Engagierten, die hinter den Angeboten stehen, persönlich kennenzulernen. Es ist wichtig, dass wir Angebote dieser Art möglich machen, unterstützen und erhalten. In Orten wie dem Quartierszentrum kann die Vielfalt der Gesellschaft im Kleinen erlebt werden.
 

Melanie Wille-Bartsch berät Menschen mit Fluchthintergrund.
Besichtigung der Kita.
Viele Beratungsangebote unter einem Dach.

Die schönen Räumlichkeiten der Stadtteilküche nutzte ich für meine mobile Bürgersprechstunde, den Roten Tisch. Mittags treffen sich neben den Anwohnerinnen und Anwohnern auch Nachbarn aus dem Quartier dort.
 

Im Gespräch am Roten Tisch, den ich in der Stadtteilküche Marie Weser aufbauen durfte.

Dass der Anfang in einem anderen Land und in einer neuen Stadt alles andere als einfach ist, weiß ich. Wie es sich jedoch tatsächlich anfühlt, das erfuhr ich in der Migrationsberatung. Die AWO hatte mich in die Beratungsstunde eingeladen. Mit der fiktiven Identität einer geflüchteten Frau, unter den Bedingungen, wie sie Menschen erleben, die nach Bremen kommen, ohne Deutschkenntnisse, ohne Wissen über die gesellschaftlichen Strukturen, dafür mit vielen unverständlichen Briefen begab ich mich zum Fachdienst Migration und Integration und erlebte in Ansätzen, wie es den Menschen dort ergeht. Der Weser-Kurier hat in einem Artikel ebenfalls über meine Erfahrungen berichtet. 
 

Aus Sarah wird Zahra aus Afghanistan.
Spannendes Experiment: Ich erlebe die Migrationsberatung mit der Identität einer geflüchteten Frau.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege beteiligt sich mit diesem spannenden Experiment am bundesweiten Aktionstag „Zukunft der Migrationsberatung“. Wenn man in der Situation wie diese geflüchtete Frau ist, ist die Familie normalerweise der feste Bezugspunkt, sie bietet Rückhalt und Sicherheit.

4.9.2018