Auf dem Weg zum Bildungscampus

Farbenfrohe Fassade und bunte Bänke: An der Wilhelm-Kaisen-Oberschule hat sich schon viel getan. Oliver Seipke, Sarah Ryglewski, Bettina Müller-Herling, Rainer Müller und Volker Kröning (v.l.)

Bereits im vergangenen Jahr besuchte ich die Wilhelm-Kaisen-Oberschule. In einem erneuten Gespräch mit Schulleiter Oliver Seipke, Konrektorin Bettina Müller-Herling, Rainer Müller vom Beirat Neustadt und Volker Kröning, dem Vorsitzenden der Wilhelm und Helene Kaisen-Stiftung, nahm ich die Gespräche um den geplanten Bildungscampus in Huckelriede wieder auf.

Seit dem letzten Treffen hat sich an der Wilhelm-Kaisen-Oberschule viel getan. Nicht nur, dass die dringend benötigten neuen Qualifizierungsräume, Klassenräume und Lehrerzimmer fast ausgebaut sind, die Ansätze des zukünftigen Bildungscampus‘ lassen sich bereits erahnen. So ist eine Bibliothek mit Café geplant, die als Treffpunkt für alle im Stadtteil zugänglich sein soll. Neben der Planung für den Campus steht zu Beginn des neuen Schuljahres eine weitere Herausforderung an: Die Oberschule stellt Klassenräume für Erstklässler der Grundschule am Buntentorsteinweg zur Verfügung, weil diese aus Raumnotgründen nicht alle Schulanfänger aufnehmen kann. Es werden zukünftig in Huckelriede mehr Erstklässler eingeschult, als Plätze an den Schulen zur Verfügung stehen. Derzeit sieht die Planung vor, dass die Erstklässler im Februar 2018 in Container ziehen, die neben dem Gelände der Oberschule errichtet werden.
 

Schulleiter Oliver Seipke erklärt das Konzept des Bildungscampus'.

Schulleiter Oliver Seipke, der die Idee des Bildungscampus‘ auf dem Gelände der Oberschule realisieren möchte und damit Ausbildung von der ersten bis zur zehnten Klasse an einem Standort ermöglichen will, weist auf die steigende Schülerzahlen hin. „Die Helene-Kaisen-Grundschule, die wir aufbauen möchten, wird dringend gebraucht.“ Er wünscht sich eine schnelle Entscheidung. Auch Rainer Müller vom Beirat Neustadt und Volker Kröning, Vorsitzender der Wilhelm und Helene Kaisen-Stiftung, bestätigen, dass Huckelriede ein wachsender Ortsteil ist. In den nächsten Jahren wird dort weiter gebaut, mehr Familien mit Kindern ziehen zu, Versorgungs- und Betreuungsangebote werden gebraucht. Der Bau einer Grundschule wird sicherlich vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen. Der Beirat wünscht sich eine pragmatische und schnelle Lösung für die ABC-Schützen. Das benachbarte Gebäude der Berufsschule würde sich als Übergang für die Jüngeren eignen. Die Idee ist nicht neu, bereits vor ein paar Jahren war im Gespräch, die Berufsschule nach Kattenturm zu verlegen.
 

Besichtigung der Mensa.

In den nächsten Jahren stehen in Huckelriede neben dem Bildungscampus noch weitere Bau- und Entwicklungsprojekte auf der Agenda. Es ist eine gute Nachricht, dass das WiN-Gebiet sich entwickelt und für immer mehr Familien attraktiv wird. Mehrere Bauprojekte stehen kurz vor der Realisierung. Die Idee des Bildungscampus würde den positiven Effekt einer sozialen Durchmischung des Quartiers weiter vorantreiben. Zudem hilft die Öffnung der Schulräume zum Stadtteil, Kooperationen zu knüpfen und bringt die Generationen zusammen. Alt und Jung werden sich hoffentlich bald in der Bibliothek treffen.
 

Die Qualifizierungsräume sind bald bezugsfertig.

Oliver Seipke und seine Stellvertreterin Bettina Müller-Herling haben am bisherigen Schulstandort sehr gute Arbeit geleistet. Die Wilhelm-Kaisen-Oberschule wird deutlich häufiger angewählt als noch vor vier Jahren, die Akzeptanz der Schule gegenüber wächst stetig. Deshalb begrüße ich die Idee des Bildungscampus‘. Zudem wird eine Grundschule im Ortsteil dringend gebraucht. Eine Kooperation mit der Grundschule am Buntentorsteinweg ist schon deshalb sinnvoll, weil das dortige jahrgangsübergreifenden Konzept sichtbare Erfolge verzeichnet. Nicht umsonst ist es preisgekrönt. Kinder, Eltern und Pädagogen bewerten es als positiv. Warum eine gute Idee nicht weitergeben? An der neuen Helene-Kaisen-Grundschule könnten noch mehr Kinder von dem Konzept profitieren. 

3.4.2017