Blick auf die Start-up-Szenen in Bremen und Hamburg mit Olaf Scholz

Auf dem Podium mit Maik Wedemeier vom WBN, Olaf Scholz und André Wollin.

Das Wirtschaftsforum Bremen / Nordwest hatte zur Veranstaltung „Fit für eine innovative Zukunft“ eingeladen. Der Erste Bürgermeister von Hamburg, Olaf Scholz, der Gründer des Bremer Unternehmens Cookasa, André Wollin, und ich referierten jeweils über die Start-up-Szenen in Hamburg und Bremen. Zudem stellten wir wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen zusammen, die ein positives Gründerklima erzeugen könnten. 

Ich habe mich sehr über die Einladung zur Veranstaltung des WBN gefreut und darauf, Olaf Scholz und André Wollins Ausführungen zur Gründerszene in Hamburg und Bremen zu hören. Bremen kann schon einige Start-ups vorweisen, es könnten aber noch mehr werden. Damit sich Gründerinnen und Gründer weiterhin und perspektivisch dazu entschließen, ein Unternehmen an der Weser aufzubauen, brauchen wir bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Es ist Zeit für mehr Gründergeist. Wir müssen Räume schaffen, um die Visionen der Gründerinnen und Gründer schneller zu fördern, denn sie bringen das Potenzial für den Mittelstand von morgen mit. Dazu gehören ein zügiger Breitbandausbau, eine effiziente Verwaltung, eine schnelle Digitalisierung, die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen und ein Einwanderungsgesetz, um Fachkräfte anzulocken. Mit Gewerkschaften, Unternehmen und Verbänden werden wir daran arbeiten, dass Industrie 4.0 ein Erfolgsmodell für Deutschland wird. Priorität hat die Vernetzung von Industrie und Mittelstand mit Start-ups.
 

So früh wie möglich sollten unternehmerische Fähigkeiten geweckt und gefördert werden, das kann bereits in der Schule passieren und sollte sich in Beratungszentren an der Universität fortsetzen. Zudem  brauchen wir einen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel hin zur Kultur der „zweiten Chance“. Scheitern darf nicht mehr als Problem interpretiert werden. Entsprechende Änderungen sind auch im Insolvenzrecht nötig. Privat- und Finanzwirtschaft sollten zusammen Finanzierungsmodelle entwickeln, die den Ansprüchen dieser neuen Gründergeneration genügen. Noch immer gibt es wenige Frauen in der Gründerszene. Als SPD wollen wir Gründerinnen einen besseren Zugang zu Startkapital und auf sie zugeschnittene Beratung und Unterstützung gewähren – damit wäre ein längst fälliger Schritt in Richtung Chancengleichheit und Gleichstellung im Erwerbsleben getan.“ 

19.9.2017